Feinkost Käfer übernimmt die Gastronomie im Deutschen Theater

Michael Käfer will wieder in der Theatergastronomie Fuß fassen.

(Foto: lukasbarth.com)
  • Der bisherige Pächter Lorenz Stiftl hat sich mit dem Geschäftsführer des Theaters zerstritten.
  • Mit dem neuen Engagement will sich Michael Käfer wieder als Theatergastronom in Erinnerung bringen. Er musste vor zwei Jahren die Gastronomie in der Staatsoper abgeben.
Von Franz Kotteder

Es handelt sich zwar nicht um große Oper, aber immerhin doch um erfolgreiche Musicals: Feinkost Käfer übernimmt von Dezember an die Gastronomie im Deutschen Theater an der Schwanthalerstraße. Der bisherige Pächter Lorenz Stiftl (unter anderem auch Wirt der Gaststätte Zum Spöckmeier und des kleinen Wiesnzelts Zum Stiftl) zieht sich dann aus dem Theater zurück.

Nicht nur, weil die Theatergaststätte Schwan, vorsichtig ausgedrückt, nicht der Erfolg wurde, den Stiftl sich vorgestellt hatte, sondern auch, weil das Verhältnis zur Geschäftsführung des Theaters heillos zerrüttet ist. Geschäftsführer Werner Steer verklagte Stiftl auf Zahlung von insgesamt 285 000 Euro für ausstehende Kosten, Stiftl konterte mit einer Forderung von 160 000 Euro. Der Richter schlug einen Vergleich vor, die Stadt solle doch so um die 20 000 Euro an Stiftl zahlen. Das Verfahren ist bis heute noch nicht abgeschlossen.

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Michael Käfer rechnet natürlich mit einem deutlich besseren Verhältnis zur Geschäftsführung. Und hat sowieso ein Interesse darin, in der Theatergastronomie generell wieder Fuß zu fassen. Als er vor zwei Jahren die Gastronomie in der Staatsoper an den Konkurrenten Dallmayr abgeben musste, sagte er: "Das ist meine schlimmste Niederlage." Immerhin hatte die Münchner Feinkost-Institution zuvor 53 Jahre lang die Operngäste bewirtet, der Pausensnack und die Canapés waren für den Caterer auch eine Prestige-Angelegenheit.

Mit dem neuen Engagement kann er sich jetzt als Theatergastronom wieder in Erinnerung bringen. Einen ersten Testlauf hat er schon Mitte Januar beim Gastronomenball bestanden: Dort richtete Käfer einen "Dessertwald" mit hübsch gestalteten Nachtisch-Stationen im Silbersaal des Deutschen Theaters aus. Sternekoch Bobby Bräuer, der mit seinem Gourmetrestaurant Esszimmer in der BMW-Welt auch zum Käfer-Imperium gehört, hatte zuvor das Menü zum Ball bestritten.

Michael Käfer tanzt aber noch auf weiteren Hochzeiten. So ist er mit 40 Prozent bei Oh Julia eingestiegen, einem Restaurantkonzept, das der Münchner Großgastronom Marc Uebelherr in der Hofstatt erstmals umgesetzt hat. Inzwischen gibt es bereits Dependancen in Mannheim und Stuttgart.

Im Dezember übernahm Käfer außerdem das Catering der Hamburger Messe und des Congress Centers Hamburg (CCH) von der Düsseldorfer Stockheim-Gruppe, die Insolvenz angemeldet hatte. Und auch ins Hotelgeschäft steigt Käfer offenbar verstärkt ein. Das Hotel Preysing beim Gasteig, das er für 20 Millionen Euro kaufte und umbaute, wird Mitte August wiedereröffnet. Und vor kurzem wurde Käfer auch noch Aufsichtsratsvorsitzender der Hotelgruppe Dormero. Der gehören deutschlandweit 18 Häuser, darunter von September an auch das Räter Parkhotel in Kirchheim.

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