FDP-Kandidatin Gabriele Weishäupl "Das ist bitter"

Der Ausflug in die Landespolitik bleibt für Gabriele Weishäupl ein kurzes Intermezzo. Im SZ-Interview sagt die FDP-Kandidatin und ehemalige Oktoberfest-Chefin, mit wem sie leidet - und warum sie diesmal nicht auf die Wiesn gehen will.

Von Christian Mayer

Gabriele Weishäupl, 66, war von 1985 bis 2012 Direktorin des Tourismusamts und Wiesn-Chefin. Im Januar 2013 trat sie in die FDP ein und kandidierte im Stimmkreis München-Bogenhausen bei der Landtagswahl.

SZ: Frau Weishäupl, das war eine bemerkenswert kurze Politkarriere - im Januar ging es los mit Ihrem Einsatz als FDP-Landtagskandidatin. Nun ist Schluss.

Gabriele Weishäupl: Ja, das ist bitter. Ich habe mich seit Januar jeden Tag reingehängt, bei vielen Veranstaltungen. Ich empfinde das Wahlergebnis als schmerzliche Niederlage. Mir tut es leid für alle jene, die sich mit großem Engagement für die liberale Idee eingesetzt haben - ich habe so einen Wahlkampf ja zum ersten Mal aus der Nähe erlebt. Die FDP ist in der Regierung von einem übermächtigen Partner erdrückt worden, obwohl der Wirtschaftsminister und der Kunst- und Wissenschaftsminister gute Arbeit geleistet haben. Ich bin von Haus aus Werbefrau, deshalb muss ich sagen: Es ist nicht gelungen, die Leistungen dieser Minister und die Arbeit der FDP insgesamt richtig darzustellen.

Welche Lehre ziehen Sie aus dem Kurzeinsatz für sich selbst?

Es lohnt sich immer, für eine Idee einzutreten, wenn man davon überzeugt ist. Ich glaube, dass die FDP die richtige Partei ist, weil ich mich mit dem Wertesystem, mit der Ordnungspolitik der Partei identifizieren kann. Wenn man dann noch die Kraft und den Mut hat, sich zu engagieren, war es nicht umsonst. Weil es das Leben bereichert. Zum Leben gehört der Sieg - und wie im jetzigen Fall auch die Niederlage.

Was wird Bayern fehlen, wenn die Liberalen nicht mehr mitregieren?

Die Gefahr, dass die Staatsregierung in alleiniger Verantwortung der Hybris verfällt, ist nicht gering - da müssen alle aufpassen. In Bayern wissen wir, was es bedeuten kann, wenn die CSU abgehoben regiert.

Ein Wort zu Christian Ude, mit dem Sie sehr lange beruflich zu tun hatten.

Auch für ihn als erfolgreichen Oberbürgermeister ist das eine schmerzliche Niederlage. Punkt. Er muss das hinnehmen. Ich kann es ihm nachfühlen. Hoffentlich beschönigt er auch nichts.

Am Samstag beginnt das Oktoberfest - vielleicht können Sie dort das Wahlergebnis rasch vergessen...

Na ja, die Wiesn ist eine andere Welt. Ich glaube nicht, dass ich dieses Jahr wahnsinnig viel Lust habe, auf die Wiesn zu gehen. Es ist aber eine vertraute Umgebung, vielleicht kann ich mich da dann doch entspannen.