Karl-Heinz Rummenigge wurde am Donnerstag 70 Jahre alt, es gibt viele Statistiken über den langjährigen Spieler des FC Bayern, der heute noch die Geschicke des Rekordmeisters mitentscheidet. Eine davon besagt, dass Rummenigge der zweitbeste Bundesliga-Torschütze während der Wiesnzeit ist (17 Treffer, der beste ist laut Bayern-Homepage natürlich Gerd Müller mit 19). Und das bedeutet, dass er es wohl noch lange bleiben wird.
Am Freitagabend findet nämlich das wohl vorerst letzte Spiel der Roten während des Oktoberfests statt, Werder Bremen ist zu Gast, frühestens 2031 könnte das wieder passieren. Denn der Fußball-Weltverband Fifa beschloss vor zwei Jahren eine Reform der Länderspielpausen. Bisher gab es je eine Woche im September und eine im Oktober, für die Länderspiele vorgesehen sind, die nationalen Ligen pausieren währenddessen. Diese beiden Wochen treffen sich von kommender Spielzeit an in der Mitte – und weil sie auf 16 Tage ausgedehnt werden, werden sie immer genau die Wiesnzeit abdecken.
Beim FC Bayern bedauern sie, dass ein Stück bayerischer Tradition verloren geht. Rein sportlich halten viele Funktionäre die neue Regelung dagegen für sinnvoll, weil auch der Spielplan der Bundesliga weniger zerfleddert sein wird und die Nationalmannschaft vier Spiele in einer Pause bestreiten kann.
Ein kleiner, fußballerischer Treppenwitz: Das Heimspiel gegen Bremen findet fast auf den Tag genau 60 (!) Jahre nach dem ersten Wiesn-Bundesligaspiel des FC Bayern statt. Damals freilich hatten es die Fans lange nicht so weit, sie konnten nach Schlusspfiff vom Grünwalder Stadion zur Not zu Fuß zur Theresienwiese laufen.
In den Jahren vor der Corona-Unterbrechung litt der Ruf der starken Bayern-Wiesnheimspiele enorm, die Bayernfans, die es während oder nach einem Heimspiel in die Festzelte verschlug, hatten wenig Grund zum Anstoßen, denn die Mannschaft verzeichnete 2018 und 2019 je eine Niederlage und ein Unentschieden bei nur einem Sieg, vergangenes Jahr gab es auch nur ein 1:1 gegen Bayer Leverkusen. Einer der höchsten Erfolge feierte man aber am 23. September 2023, als die Bayern den VfL Bochum mit 7:0 heimschickten.
Weil die von der Fifa angesetzte Länderspielpause weltweit gilt, stehen für diesen Zeitraum künftig auch allerorten Fußball-Arenen für andere Events zur Verfügung, zumal nun längere Umbauzeiten eingeplant werden können. Doch für München könnte das zu einem Nachteil werden. Offen ist freilich, ob aus Sicherheitsgründen und wegen drohender Überlastung von Polizei und Sanitätern Nationalspiele in München ausgetragen werden sollten, auch wenn sich diese Belastung bei Bayern-Spielen mindestens genauso bemerkbar macht.
Auch dürfte jetzt die US-Football-Profiliga NFL ein großes Interesse daran haben, während der Wiesn weitere Spiele in der Allianz Arena auszutragen. Dieses Ansinnen hat die NFL schon früher gegenüber der Stadt geäußert, es war aber zunächst auf Skepsis gestoßen.

