Bereits eine Stunde vor Beginn der Meisterfeier erspäht man die ersten FC-Bayern-Trikots auf dem Marienplatz. Vor allem die Rückennummer 7 für Giulia Gwinn und Klara Bühls Nummer 17 sind zahlreich vertreten. Zusammen mit den Fans und Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) feiern die FCB-Frauen ihr zweites Double in Folge und damit den Abschluss einer wahrlich historischen Saison: ohne Gegentor zum DFB-Pokal, mit einem denkwürdigen 4:0-Sieg gegen den VfL Wolfsburg im Finale, ungeschlagen auf dem Weg zum deutschen Meistertitel (zwei Unentschieden, 24 Siege).
Flüssig gibt Dominik Krause in seiner Begrüßung diese Fakten zum Besten. „Viel beeindruckender als die Zahlen ist aber die Art und Weise, wie sie als Team auftreten“, so Krause über die Mannschaft. Das von FC-Bayern-Präsident Herbert Hainer angekündigte Integrationsprogramm, das den OB zum Bayern-Fan machen soll, läuft bereits: Er überreicht Krause ein personalisiertes Trikot mit der Rückennummer 12. „Das erste Trikot, das bei mir ins OB-Zimmer kommt“, verspricht der Oberbürgermeister.
Vor den Fotos auf dem Empfang kontrollieren Fotografen FC-Bayern-Banner vorsichtshalber auf etwaige Beleidigungen, nachdem bei der Meisterfeier der Männer ein paar Sechzger-Fans das FCB-Logo in ihrem Sinne neu beschriftet hatten. Die Sorge ist jedoch unbegründet, stattdessen jubeln die Fans auf dem Marienplatz, als die Spielerinnen auf den Rathausbalkon treten. Gemeinsam stemmen Giulia Gwinn und Co. die Meisterschale La-Ola-wellenhaft in die Höhe, die Fans springen im Takt dazu.


Besonders laut klingen an diesem Nachmittag „Caro Simon“-Chöre über den Platz. Gemeint ist Innenverteidigerin Carolin Simon, die den Verein zum Saisonende verlässt und von den Fans gebührend verabschiedet wird. Außerdem singen die Spielerinnen mit dem Publikum die FCB-Hymne „Tage voller Sonne“.
Als die Mannschaft nach gut 20 Minuten wieder den Balkon verlässt, bleiben dennoch Hunderte Fans zurück, zumal einige von ihnen einen ziemlich weiten Heimweg haben: Eine große Gruppe ist extra aus Japan angereist, um ihr Idol Momoko Tanikawa zu bejubeln. Die Mittelfeldspielerin aus Nagoya erzielte im Pokalfinale gegen Wolfsburg das 3:0.
Hinweis der Redaktion: Der Text wurde insofern präzisiert, als die Banner-Kontrollen nicht von offizieller Seite aus veranlasst wurden.


