Es gibt Menschen, die haben einfach diese bestimmte Gabe. Es braucht nur einen Ton oder einen kurzen Blick und die gute Laune ist nicht nur ansteckend, die Sympathie nimmt einen völlig ein. Fayan ist genau einer dieser Menschen. Es braucht lediglich den ersten Takt eines Beats, die ersten Worte des Tracks oder einen Ausschnitt des Instagram-Reels, und da ist er: der Vibe, der in Zeiten der bedrohlichen Nachrichtenlage so guttut. Der fühlt sich weder falsch noch übertrieben an, sondern einfach ehrlich. Das bringt der Rapper und Songwriter am 9. April ins Ampere im Muffatwerk.
Bereits 2017 veröffentlichte Yannick Steffen als Fayan seine erste Debütsingle „Indigo #1“, doch erst „Verliebt in mich“ hat im Vorjahr alles verändert. Plötzlich ging er nicht nur auf Social Media und Musikplattformen viral, die konstanten Releases über die letzten Jahre hinweg haben sich gelohnt, und Fayan hat sich eine Bekanntheit aufgebaut. „Um überhaupt erst eine Tour auf die Beine stellen zu können, braucht es einfach eine gewisse Aufmerksamkeit.“
Die Hook von „Verliebt in mich“ ist catchy, der Beat flowed leicht, und der Text ist eine Mischung aus guter Laune und Selbstironie. „Ich bin verliebt in mich. Verdammt nochmal seh’ ich gut aus. Ich bin am liebsten ich. Was sie erzähl’n, da rein, da raus, mir egal.“ Jeder und jede kann gleich mitsingen – damit ist aber nicht eine Lalaleila-Ballermann-Manier gemeint, sondern Texte, in denen man sich wiedererkennt, die den Zeitgeist spiegeln und obendrein gute Laune machen. Also eine Mischung, die es genau jetzt braucht, wenn Deepfake-Videos und Kriegsmeldungen die For-you-Page fluten.
Die SZ-Redaktion hat diesen Artikel mit einem Inhalt von YouTube angereichert
Um Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen.
Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von YouTube angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie unter sz.de/datenschutz.
Es wäre aber falsch, Fayan allein auf diesen einen Hit zu reduzieren. Da braucht es schon mehr, wie „Tut mir gar nicht leid“, „Nicht verändert“ und weitere Tracks, die Fayan gemeinsam mit seinem Produzenten Dalton veröffentlichte, zeigen. „Ich liebe es, wenn Musik die Menschen bewegt, ob physisch oder emotional.“ Genau das scheinen die beiden auch richtig gut zu kombinieren. „Deswegen haben wir ganz oft sehr perkussive, dynamische Produktionen mit vielen Streicher- und Bläserelementen. Für die nächste Single haben wir sogar eine echte Horn Section mit Trompeten, Posaunen und Saxofonen in Amsterdam aufgenommen.“
Und da sind auch die verschiedenen Genres, Kulturen und Sprachen, die seine Kindheit und Jugend in Baden-Württemberg geprägt haben. Ob es das Rod-Stewart-Konzert war, zu dem ihn seine Mutter schon im Babybauch schleppte, das erste Album „The W“ von Wu-Tang Clan, das er sich kaufte oder das Musikvideo zu „In Da Club“ von 50 Cent, das in ihm das Will-ich-auch-können-Gefühl hervorrief. Am Anfang hat Fayan jeden Tag Texte geschrieben, zuerst für seine eigenen Songs und später auch für Mero und Murda, Nina Chuba und Shirin David und sich dadurch über Jahre ein großes Netzwerk aufgebaut. Zudem hat er im vergangenen Jahr um die 1000 Videos auf verschiedenen Plattformen veröffentlicht. Fayan weiß, wie er die Leute erreicht: auch durch Social Media, aber vor allem durch harte Arbeit, mit seinem Vibe und sympathischer Ausstrahlung.
Fayan „Verliebt in mich“-Tour, Donnerstag, 9. April, 19 Uhr, Ampere, Zellstraße 4

