Fassbinders Frauen und Männer Der Mann, der sich wegen ihm umbringt

Fühlte sich schuldig am Tod seines Ex-Freundes: Rainer Werner Fassbinder.

(Foto: dpa)

Armin Maier

1974 lernt Fassbinder in seinem Münchner Stammlokal Deutsche Eiche den 31-jährigen Metzgergesellen Armin Meier kennen. Die beiden werden ein Paar. Hin und wieder bekommt Meier kleine Rollen in den Filmen seines Freundes. Faustrecht der Freiheit widmet ihm der Regisseur mit den Worten: "Für Armin und all die anderen". Armin Meier wird zunehmend abhängiger von dem berühmten und reichen Regisseur. Er will in der Filmwelt dazugehören, doch zwischen ihm und Fassbinder werden immer größere intellektuelle Unterschiede bemerkbar.

Als Fassbinder immer mehr Drogen konsumiert, nimmt er kaum noch Rücksicht auf Meier. Der Regisseur geht ihm offen fremd, sogar vor den Augen seines Freundes. Schließlich beendet Fassbinder die Beziehung. Armin Meier ist darüber so verzweifelt, dass er wenige Tage später, am 31. Mai 1978 im Alter von 35 Jahren, in der gemeinsamen Wohnung in der Reichenbachstraße eine Überdosis Tabletten nimmt. Suizid. Armin Meier stirbt - während Fassbinder in Paris gerade seinen 33. Geburtstag feiert.

Als der Regisseur vom Tod seines Ex-Freundes erfährt, ist er schockiert, macht sich Vorwürfe. Fassbinder zieht sich zurück, lebt kurzzeitig in Westberlin und bewohnt dann eine Dachgeschosswohnung in der Münchner Clemensstraße. Die gemeinsame Wohnung in der Reichenbachstraße betritt er nicht mehr. Das traumatische Erlebnis verarbeitet er in dem Film In einem Jahr mit 13 Monden.