Fassbinders Frauen und Männer Die Frau, die er vergöttert

Hanna Schygulla war Fassbinders Lieblingsschauspielerin.

(Foto: dpa)

Hanna Schygulla

An der Schauspielschule in München lernt Fassbinder Hanna Schygulla kennen - und ist begeistert. Er weiß: Schygulla soll einmal die Hauptrollen in seinen Filmen spielen. Und so kommt es. Als Fassbinder mit seiner Gruppe Action-Theater, dem damals innovativsten deutschen Theaterkollektiv, erste Aufführungen hat, kontaktiert er Schygulla. Von da an prägt die blonde Frau zahlreiche Fassbinder-Werke. Ihre Darstellungkunst: trostlos und zugleich gefühlvoll, energiegeladen und zugleich leblos, nahe und zugleich ganz woanders.

Zeitweise verlässt Schygulla die Truppe, doch niemand vermag ihr so große Rollen auf den Leib zu schreiben wie Fassbinder. Sie spielt mit in den Filmen: Katzelmacher, Liebe ist kälter als der Tod, Götter der Pest, Die bitteren Tränen der Petra von Kant, Fontane Effi Briest, Die Ehe der Maria Braun oder Berlin Alexanderplatz. Als Fassbinder international für Aufsehen sorgt, wird auch Schygulla weltbekannt.

Nach Fassbindes Tod verzaubert Schygulla das Kinopublikum weiter. Sie dreht mit bekannten Regisseuren wie Jean-Luc Godard, Carlos Saura Atarés oder Volker Schlöndorff. Seit den Neunzigern tritt sie zudem als Chansonsängerin auf und tourt durch Europa. Zuletzt hat sie unter anderem in Hans Steinbichlers Winterreise (2005) und Fatih Akins Auf der anderen Seite (2007) mitgewirkt. Inzwischen ist die heute 69-Jährige eine wahre Ikone.