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Fasangarten:Leerstand staatlich geduldet

Linke fordert Infos zu ungenutzten Wohnungen an der Cincinnatistraße

Leer stehende Wohnungen gibt es in München nicht, könnte man angesichts der extremen Nachfrage meinen. Mit umso größerer Verwunderung hat die Stadtratsfraktion der Linken einen Fall in der Amisiedlung aufgegriffen: "Allein in den drei Häuserblöcken Cincinnatistraße 44 bis 48, 50 bis 54 und 56 bis 60 sind es aktuell 25 Wohnungen, die offensichtlich nicht genutzt werden", heißt es in einer Stadtratsanfrage, in der die Linke-Fraktion dazu Auskunft verlangt. Zugleich wandte sich die Bundestagsabgeordnete Nicole Gohlke (Linke) direkt an die Eigentümerin der Häuser, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Laut deren Antwort hat die Bima das Gebäude Cincinnatistraße 59 bereits komplett grundsaniert und barrierefrei umgebaut. Dabei habe man weitere Gebäude identifiziert, deren Bauzustand ebenfalls eine umfassende Grundsanierung, gegebenenfalls sogar einen Abbruch und Neubau erfordern. "Die Vorbereitungen und Gespräche mit der Stadt München hierzu dauern an." Unter anderem erklärt die Bima den Leerstand damit, dass die angesprochenen umfassenden Arbeiten sozial verträglich nur in einem unbewohnten Haus möglich würden, egal ob Grundsanierung oder Neubau nach Abriss.

Für Nicole Gohlke eine alles andere als befriedigende Antwort: "Das träge Handeln der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben bei der Sanierung der Münchner Cincinnatistraße zeigt, dass die Bundesregierung das Ausmaß der Wohnungsnot bis heute nicht erkennen will. Es wäre das Mindeste, ein konkretes Sanierungsende und soziales Vermietungskonzept zu benennen. Mir ist vollkommen unerklärlich, wie Gebäude der öffentlichen Hand überhaupt in solch einen maroden Zustand kommen können", kritisiert sie.