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Fasangarten:Fehler im System

Das Awo-Pflegeheim am Föhrenpark musste 14 Tage lang ohne Telefon- und Internet-Verbindung auskommen

Zwei Wochen hatte das Awo-Pflegeheim am Föhrenpark keinen Telefon- und Internetanschluss. Seit Montagabend, 4. März, funktioniert die Verbindung der Telekom wieder. Der Anbieter habe nicht sofort geholfen, das Problem zu beheben, so Anne Hübner, Pressesprecherin der Arbeiterwohlfahrt (Awo) München. Das sei ein unhaltbarer Zustand und die Versorgung und Sicherheit der Bewohner sei nicht mehr gewährleistet gewesen. Angehörige konnten die 133 Bewohner nicht mehr erreichen.

Die Misere begann am Mittwoch, 20. Februar, als die Telefonie der Einrichtung auf Voice over IP (VoIP) umgestellt wurde. Daraufhin fiel die gesamte Verbindung aus. Auch wenn an den meisten folgenden Tagen ein Techniker vor Ort gewesen sei, sagt Hübner von der Awo München, konnte doch nicht geklärt werden, worin die genaue Ursache des Problems bestand. Dem Pflegeheim wurde ihr zufolge mitgeteilt, dass der Ausfall vermutlich am Verteilerkasten liege. Die Berechtigung, diesen Kasten zu öffnen, habe den Telekom-Mitarbeitern vor Ort allerdings gefehlt, sagt die Pressesprecherin.

Bewohner und Mitarbeiter waren lange abgehängt - jetzt sind sie wieder verbunden.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Der lange Ausfall ist durch gleich zwei Fehlerquellen zustande gekommen, sagt Telekom-Pressesprecherin Stefanie Halle: Zum einen habe im System eine Korrektur vorgenommen werden müssen, zum anderen habe ein Leitungsfehler an der Stelle vorgelegen. Beides habe nach der Entstörung der Kundendatenbank synchronisiert werden müssen. Zudem sei das Kundensystem aufgrund eines "Releases" erst wieder von Montag, 4. März, an erreichbar gewesen. Deswegen habe sich die Behebung zusätzlich verzögert. "Die Situation hätte so nicht passieren dürfen", sagt Halle. Man werde an diesem Punkt nachschärfen, so die Sprecherin.

Ein weiteres Problem: Die mobile Versorgung und damit die Erreichbarkeit über mobile Geräte ist in weiten Teilen des Gebäudes wegen der baulichen Gegebenheiten nicht möglich. Außerdem musste die Pflege- und Medikamentendokumentation handschriftlich organisiert werden. Normalerweise passiere das mit dem Computer, in den die Pfleger die Daten eingeben und hochladen, sagt Hübner von der Pressestelle der Arbeiterwohlfahrt. Die Awo München habe die Heimaufsicht München und Judith Gerlach, die Bayerische Staatsministerin für Digitales, über die Situation informiert, so Hübner.

Das Awo-Pflegeheim am Föhrenpark.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Schon am Donnerstag, 28. Februar, hat sich die Awo München auf den Facebook- und Twitter-Kanälen in öffentlichen Beiträgen bei der Telekom beschwert. Noch innerhalb des nächsten Tages hat sich das "Telekom hilft"-Team eingeschaltet. Internet und Telefon funktionierten am vergangenen Wochenende trotzdem noch nicht. Erst die Information der Medien habe zur Aufmerksamkeit der Telekom geführt, sagt Hübner.