bedeckt München 17°
vgwortpixel

Fasangarten:Ein Stockwerk niedriger

Lokalpolitiker wollen Zahl der neuen Wohnungen an der Münchberger Straße senken und zudem die Tiefgaragenausfahrt verlegen

Ob jemand bewusst falsche Zahlen in Umlauf gebracht hat, um das ganze Projekt zu torpedieren, lässt sich nicht beweisen. Tatsache aber ist, dass Gegner des Bauvorhabens an der Münchberger Straße in den vergangenen Monaten immer wieder behauptet haben, es würden bis zu 400 Wohnungen gebaut. Ebenso nachdrücklich hat deshalb der Bezirksausschuss (BA) Obergiesing-Fasangarten diese Darstellung in seiner jüngsten Sitzung zurückgewiesen: Die Zahl 400 stamme offensichtlich aus dem vorgeschalteten Gutachten, in dem Experten zwar ausgelotet hatten, welche maximale Bebauung möglich sei. Dieses Gutachten sei aber irrelevant, versicherten Redner praktisch aller Fraktionen im BA. Relevant ist demnach einzig der Entwurf des Bebauungsplans, den das Planungsreferat erarbeitet hat und über den der Stadtrat entscheiden wird. Und darin sei von 230 Wohnungen die Rede, wie Thomas Krieger (CSU), der die Sitzung des Ferienausschusses stellvertretend leitete, sagte.

Nach dieser Klarstellung verabschiedete der BA im weiteren Verlauf des Abends dann auch seine Stellungnahme zur Änderung des Flächennutzungsplans und zum Bebauungsplan, der für die neue Siedlung in Fasangarten aufgestellt werden soll. Dabei handelt es sich um das Gebiet östlich der Münchberger Straße, südlich der Kronacher Straße, westlich der Salzburger Autobahn und nördlich der Fasangartenstraße. Wichtigster Punkt der Stellungnahme, der vermutlich alle Anlieger zustimmen dürften: Der BA fordert die Reduzierung alle Gebäude um ein Stockwerk. Damit solle die Zahl der Wohnungen gesenkt werden, was auch zu einer Abmilderung der verkehrlichen Belastung beitragen werde.

Die Lokalpolitiker verlangen außerdem von der Stadt zu prüfen, ob es möglich ist, einen gewissen Anteil des Projekts in Form von "autofreiem Wohnen" zu realisieren. Auch auf diesem Weg könne eine Verringerung des Verkehrsaufkommens erreicht werden, glauben sie. Generell sei darauf zu achten, dass die Mischung bei den Größen der Wohneinheiten letztlich familiengerecht ausfalle.

Mit einem weiteren Punkt ihrer Stellungnahme zielen die Lokalpolitiker auf ein verbessertes Mikroklima in der Siedlung. So sei zumindest für dem Bereich mit Riegelbebauung eine Dach- und Fassadenbegrünung vorzusehen. Und über der Tiefgarage soll mindestens bis zu einer Höhe von 1,20 Metern Erde aufgeschüttet werden, um dort Bäume pflanzen zu können.

Zugleich äußern die BA-Mitglieder erhebliche Bedenken gegen die Verkehrsführung in dem Neubaugebiet. Die sieht nach bisherigem Planungsstand die Anfahrt über die Obernzeller Straße und die Tiefgaragen-Ausfahrt in der Fasangartenstraße vor: "Die Obernzeller Straße erscheint für die Aufnahme des entstehenden Verkehrsaufkommens nicht geeignet. Insbesondere die geplante Ausfahrt der Tiefgarage zur Fasangartenstraße wirft erhebliche Gefahren für die Verkehrssicherheit auf", urteilt hingegen der BA. An dieser durch die vorgelagerte, in einer Kuppe verlaufenden Überführung der Autobahn A 8 äußerst schwer einsehbaren Stelle werde regelmäßig mit überhöhter bis stark überhöhter Geschwindigkeit gefahren. Die von Osten kommende Radwegführung auf der nördlichen Straßenseite werde ebenfalls als sehr unübersichtlich eingeschätzt. In der Zusammenschau kommen die Mitglieder des Bezirksausschusses deshalb zu dem Ergebnis, dass eine Tiefgaragenausfahrt an der beschriebenen Stelle erhebliche Gefahren birgt und dringend überplant werden sollte.