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Fasanerie-Nord:Auf geheizten Rampen unter den Gleisen

Höhenfreimachung Fasanerie

Entspannt auf den Wegen unter der Bahn: So stellen sich die Planer die Unterführung vor, die den Bahnübergang an der Feldmochinger Straße ersetzen soll. Visualisierung: Burger & Kühn Landschaftsarchitekten

Die seit Langem geforderte Unterführung am Bahnhof Fasanerie ist einen weiteren Schritt vorangekommen. Der Stadtrat hat die Verkehrsführung an der Feldmochinger Straße genehmigt, 2024 könnte Baubeginn sein

Von Thomas Kronewiter, Fasanerie-Nord

Die seit vielen Jahren gewünschte und inzwischen auch von den zuständigen Behörden und der Bahn verfolgte Beseitigung des Bahnübergangs in der Feldmochinger Straße am Bahnhof Fasanerie ist nun einen weiteren Schritt vorangekommen. Der Bauausschuss des Stadtrats hat die sogenannte Vorprojektgenehmigung für die Verkehrsanlagen erteilt. Damit kann das Baureferat jetzt in die planerische Endphase gehen, die Planunterlagen werden dabei zugleich als Grundlage für das anstehende Planfeststellungsverfahren dienen, für das die Bahn zuständig ist. Es wird aber noch einige Zeit dauern, bis die ersten Baumaschinen ihre Arbeit aufnehmen. Angestrebt werden derzeit ein Baubeginn im Jahre 2024 und eine Bauzeit von bis zu sechseinhalb Jahren, sodass mit der Fertigstellung erst um das Jahr 2030 zu rechnen ist.

Grundlage der Planungen bleibt nicht zuletzt auch die mit Bürgern in einem Workshop erarbeitete Variante einer großzügigen Wegeverbindung unter den Gleisen mit weitläufig abgesenkten, terrassierten Flächen auf beiden Seiten der Bahntrasse für Fußgänger und Radfahrer anstelle des jetzigen Bahnübergangs und eine Autounterführung weiter südlich. Damit letzteres auch funktioniert, bekommt die Feldmochinger Straße einen Bypass.

Durchgesetzt haben die Bürger bei diesem breit angelegten Planungsprozess für die neue Feldmochinger Straße zwischen deren östlichem Beginn und der neu entstehenden Kreuzung mit dem Moosglöckchenweg auf beiden Seiten eigene Radwege. Damit besteht die Feldmochinger Straße künftig aus zwei je 3,25 Meter breiten Fahrspuren und Fahrradwegen von je 2,35 Metern Breite. Unter der Bahnbrücke beträgt die lichte Durchfahrtshöhe 4,50 Meter.

Die Kreuzung der neuen Feldmochinger Straße mit dem verlängerten Moosglöckchenweg stellt das Nordende der neuen Radwege dar. Im weiteren Verlauf Richtung Norden ist es zu eng, als dass man noch Radwege unterbringen könnte. Ohnehin müssen aufgrund der von den Bürgern geäußerten Radweg-Wünsche mehr private Flächen für das Projekt erworben werden als zunächst geplant. Insgesamt geht es für das Gesamtprojekt um circa 20 Grundstücke, einige von ihnen sogar teilweise bebaut. Um die Lärmschutzvorgaben zu erfüllen, wird auf der Westseite der neuen Feldmochinger Straße eine bis zu drei Meter hohe Lärmschutzwand errichtet, die sich von der Eisenbahnbrücke bis zur Einmündung des Moosglöckchenwegs erstreckt.

Um die Anlieger östlich der alten Feldmochinger Straße ebenfalls gut gegen Bahnlärm abzuschirmen, wird die Lärmschutzwand östlich der Bahntrasse errichtet. Sie beginnt ebenfalls an der Bahnunterführung und endet südlich des ehemaligen Bahnübergangs. Die Schallschutzwände werden jedoch nicht bis zu den Bahnsteigkanten verlängert.

Dies hatte der Bezirksausschuss Feldmoching-Hasenbergl angeregt, der Bauausschuss des Stadtrats lehnte es jedoch ab. Die Kosten dafür müsste die Stadt allein tragen, die Brücke müsste verbreitert werden, weitere Eingriffe wären die Folge.

Die großzügige Rampen- und Treppenanlage unter der Brücke ermöglicht kurze Wege, berücksichtigt aber auch die Anliegen behinderter Menschen und von Radfahrern. Da die besondere Form der Architektur im Winter die maschinelle Schneeräumung unmöglich macht, müssen große Teile von Treppen und Rampen beheizt werden, um sie schnee- und eisfrei zu halten. Die Terrassen bieten allerdings mehr als nur eine direkte Wegeverbindung. Sie ermöglichen, gefördert durch entsprechendes Grün, durch Sitzelemente und hochwertige Oberflächen, auch Treffpunkte und Aufenthaltsflächen. "Am für den Stadtteil wichtigen S-Bahnhof wird ein Ort mit hoher Aufenthaltsqualität geschaffen", heißt es im Beschlusspapier. Zugleich erfahre der S-Bahn-Halt als Ort des Ankommens die entsprechende Würdigung.

© SZ vom 01.02.2019
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