Fall Teresa Z. Hausdurchsuchung um 6 Uhr früh

Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer stellte sich in der Folge vor seinen Beamten, behauptete, die Frau sei "im Drogenrausch" gewesen und nannte den Faustschlag die für den Beamten "konsequente Vorgehensweise". Ein Richter, der den Vorfall via Staatsanwältin von den Beamten geschildert bekam, lehnte an dem Tag einen Drogentest bei Teresa Z. ab. Er hielt ihn für nicht angemessen.

Gut zwei Wochen nach den Schlägen in der Haftzelle standen um 6 Uhr früh Polizisten vor der Haustüre von Teresa Z., um ihre Wohnung auf Drogen zu durchsuchen und eine Haarprobe zu nehmen. Innenminister Joachim Herrmann erging sich im Landtag in fragwürdigen Andeutungen über das Privatleben von Teresa Z. Kritiker warfen ihm vor, das Opfer in ein schlechtes Licht rücken zu wollen.

Am 20. Februar, fünf Tage nachdem die Polizei Teresa Z.s Handy beschlagnahmt hatte, wird ein Bekannter von der Polizei an der Rastanlage Frankenwald auf der A 9 angehalten. Der 30-Jährige kam gerade aus Berlin und war mit einer Mitfahrgelegenheit unterwegs. Er hatte nach Informationen der SZ fast 200 Gramm Marihuana im Gepäck sowie eine geringe Menge Haschisch und Amphetamin. Der Münchner kam in Untersuchungshaft. Auch sein Handy wurde ausgewertet. Man signalisierte ihm nach mehr als zwei Wochen Haft, dass er freikäme, wenn er Abnehmer benenne.

Aus Justizkreisen allerdings verlautete, dass sich die Zuständigen lediglich für eine Abnehmerin interessierten. Der 30-jährige Münchner soll dann eine eher vage Aussage getroffen haben, was die Abgabe von Marihuana an Teresa Z. anbelangt. Daraufhin kam er frei. Der Anwalt des 30-Jährigen wollte sich im Gespräch mit der SZ zu dem Vorfall nicht äußern.

Auch der Rechtsanwalt von Teresa Z., Franz J. Erlmeier, gibt sich wortkarg: Er habe noch immer nicht alle notwendigen Ermittlungsakten vorliegen. Er wundere sich aber, "wie wahnsinnig intensiv die Ermittlungen gegen die Geschädigte geführt werden". Das gesamte private Umfeld der 23-Jährigen werde durchleuchtet, ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Dabei sei sie doch diejenige, die schwer verletzt worden sei. So weit er die Akten bislang kenne, gebe es keine derartig detaillierten Ermittlungen gegen den 33-jährigen Beamten, der seine Mandantin schwer verletzt hatte.

Diverse Gutachten wurden in Auftrag gegeben. Eines soll nach SZ-Informationen noch ausstehen: Die rechtsmedizinische Beurteilung, ob die Gesichtsverletzungen der Frau tatsächlich von einem einzigen Faustschlag herrühren können, oder ob der Beamte doch zweimal zugeschlagen hatte.

Polizeigewalt bei Einsätzen

Platzwunden, Prellungen, Schüsse