Fahrpreise in München So teuer werden die MVV-Tickets ab Dezember

Eine Streifenkarte kostet von Dezember an 14 Euro (bisher 13,50 Euro).

(Foto: dpa)

Die MVV-Gesellschafterversammlung hat sich endlich geeinigt. Die Preise für die verschiedenen Tickets steigen allerdings sehr unterschiedlich.

Von Christian Krügel

Die Preise im Münchner Verkehrsverbund MVV steigen zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember im Schnitt um 1,9 Prozent. Darauf einigte sich die MVV-Gesellschafterversammlung am Freitagvormittag. Abgesehen von einigen Nullrunden in den Siebzigerjahren ist das "die geringste Anpassung seit Gründung des Verbundes im Olympiajahr 1972", so MVV-Geschäftsführer Alexander Freitag.

Die Preise für die verschiedenen Tickets steigen allerdings sehr unterschiedlich. So kostet eine Streifenkarte von Dezember an nun 14 Euro (bisher 13,50 Euro). Zwei Ringe einer Isarcard kommen künftig auf 55,20 Euro im Monat (bisher 54,50 Euro), vier Ringe 79,10 Euro (statt 78,20 Euro). Moderat sind die Erhöhungen in den Ausbildungstarifen. Und wer eine Single-Tageskarte für den Gesamtraum kaufen möchte, muss künftig 13 Euro statt 12,80 Euro bezahlen.

Alle Preise

Zonentarif ab dem 10. Dezember 2017/ IsarCard Wochen- /Monatskarten, sowie IsarCard9Uhr und IsarCard60 ab dem 10. Dezember 2017/ Wochenkarten im Ausbildungstarif ab dem 11. Dezember 2017 / Monatskarten im Ausbildungstarif und MVV-Abonnement ab dem 1. Januar 2018

  • Kurzstrecke: 1,50 Euro (bisher 1,40)
  • Einzelfahrkarte 1 Zone: 2,90 Euro (bisher 2,80)
  • Streifenkarte (10 Streifen):14,00 Euro (bisher 13,50)
  • Single-Tageskarte Innen- oder Außenraum: 6,70 Euro (bisher 6,60)
  • Single-Tageskarte Gesamtnetz:13,00 Euro (bisher 12,80)
  • Gruppen-Tageskarte Innen- oder Außenraum: 12,80 Euro (bisher 12,60)
  • Gruppen-Tageskarte Gesamtnetz: 24,30 Euro (bisher 23,90)
  • IsarCard9Uhr Innen- oder Außenraum: 59,60 Euro pro Monat (bisher 58,90)
  • IsarCard9Uhr Gesamtnetz: 80,90 Euro pro Monat (bisher 80,00)
  • IsarCard60 Innen- oder Außenraum: 48,10 Euro pro Monat (bisher 47,60)
  • IsarCard 2 Ringe: 15,40 Euro pro Woche (bisher 15,00); 55,20 Euro im Monat (bisher 54,50)
  • IsarCard 4 Ringe:22,10 Euro pro Woche (bisher 21,60); 79,10 Euro im Monat (bisher 78,20)
  • Ausbildungstarif I, 4 Ringe: 55,40 Euro pro Monat (bisher 54,70)
  • Ausbildungstarif II, 4 Ringe: 59,30 Euro pro Monat (bisher 58,70)

Dem Beschluss vom Freitag waren langwierige Diskussionen unter den Gesellschaftern vorausgegangen. Das sind die Stadt München, die Umlandkreise sowie der Freistaat Bayern. Während Münchens Bürgermeister Josef Schmid (CSU) im Vorfeld gefordert hatte, ganz auf eine Preiserhöhung zu verzichten, hatten die Verkehrsbetriebe darauf gedrungen, um Tariferhöhungen und ein besseres Fahrplanangebot finanzieren zu können. Die S-Bahn München hatte sogar eine Erhöhung von 3,5 Prozent gefordert, Stadt und Landkreise wollten allenfalls 1,4 Prozent akzeptieren. Im Streit darum waren die Gesellschafter vor zwei Wochen ergebnislos auseinandergegangen - ein fast einmaliger Vorgang in der Geschichte des MVV.

Mit dem Kompromiss können nun aber offenbar die Stadt und Landkreise gut leben. Robert Niedergesäß (CSU), Landrat von Ebersberg und Sprecher der MVV-Landkreise: "Wir freuen uns darüber, denn im vergangenen Jahr haben auch wir eine Nullrunde gefordert, um unseren Fahrgäste nach den regelmäßigen und spürbaren Erhöhungen auch einmal eine Atempause zu gönnen." Es sei zudem für die Kunden auch nicht nachvollziehbar, "warum die Bahn im Regional- und Fernverkehr in den letzten Jahren immer kaum bis gar nicht erhöht hat und auch andere Großverbünde wie Hamburg, Köln, Düsseldorf oder Stuttgart, die für 2018 ebenfalls eine 1 vor dem Komma haben, ihre Kunden moderater behandeln als München dies tut," so Niedergesäß.

Besonders zufrieden sind die Landräte, dass nun die Entwicklung der Ticketpreise an einen Kostenindex gebunden ist. Darin sollen die echten Mehraufwände der Verkehrsbetriebe transparent aufgelistet werden, also etwa für höhere Löhne und Energiekosten, für mehr Verbindungen oder auch für Investitionen. "Unsere Fahrgäste müssen aber die Preissteigerungen nachvollziehen können und nicht die Sorge haben, hier wird wie auf dem orientalischen Teppichhandel gefeilscht", so Niedergesäß. Für 2018 ist aber ohnehin eine komplette Tarifreform des MVV geplant.

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