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Fahrplanwechsel:MVV weitet sein Angebot aus - was sich verändert

Einen Tunnel für eine neue U- oder S-Bahn zu graben dauert Jahre. Um mehr Menschen transportieren zu können, setzt der MVV vor allem auf Bus und Tram.

(Foto: Stephan Rumpf)
  • Große Bauprojekte wie die Zweite Stammstrecke machen es die kommenden Jahre sehr schwer für den MVV, am Netz nachzubessern.
  • Deswegen setzt man im Nahverkehr vor allem auf Bus und Tram - und etwa auf besondere Ampeln, die auf Grün schalten, wenn sich ein Bus nähert.
  • Einige Änderungen treten noch 2017 in Kraft, bei anderen wartet die Stadt noch auf Zuschüsse des Freistaats.

Von Andreas Schubert

In München vorwärts zu kommen, wird zunehmend schwieriger. Die Stadt wächst: Das spürt man in S- und U-Bahn genauso wie in Tram und Bus. Wer auf Busse angewiesen ist, bleibt mitunter auch im Stau stecken. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) wünscht sich deshalb viele Busspuren. Mehr als 50 hat sie auf einer Wunschliste stehen und führt deshalb Gespräche mit der Stadt. Denn nur im Bussystem kann die MVG ohne langen Vorlauf neue Linien erschließen. Der Bau neuer U-Bahn- und Tramlinien ist dagegen eine Frage von Jahren oder gar Jahrzehnten.

Um das Angebot attraktiv zu halten, weiten es die MVG und die Bahn so weit es geht aus. So gibt es zum Fahrplanwechsel des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV) am Sonntag, 10. Dezember, wieder viele Veränderungen. Bei S- und U-Bahn sind wegen gut ausgelasteter Infrastruktur keine allzu großen Sprünge mehr möglich. Im Bussystem dagegen kann die MVG das Angebot noch vergrößern.

Zugleich werden die Linien 63 und 132 beschleunigt - nicht mit Busspuren, sondern mit modernen Ampeln, die auf Grün schalten, sobald sich der Bus nähert. Inzwischen sind nun mehr als 500 Ampeln so geschaltet, das sind etwa 60 Prozent. Manche Änderungen sind allerdings erst im Laufe des nächsten Jahres möglich - zum Beispiel, weil die MVG für die neuen Expressbus-Linien noch auf Zuschüsse des Freistaats wartet und weil Fahrer fehlen. Ein Überblick über die wichtigsten Neuerungen:

Änderungen von Sonntag an

Bus 153: Die Linie wird Richtung Neuhausen und Sendling verlängert und zu einer Querverbindung zwischen einzelnen Schnellbahnlinien ausgebaut. Die Busse fahren montags bis freitags alle zehn Minuten von der bisherigen Endhaltestelle Hochschule München (Lothstraße) weiter über die neue Haltestelle Gaiglstraße, den U-Bahnhof Maillingerstraße und S-Bahnhof Donnersbergerbrücke zur Trappentreustraße. In den Hauptverkehrszeiten an Schultagen fährt der Bus 153, um die Linie 53 zu verstärken, weiter über die Schwanthalerhöhe zum Harras. Auch wird im Winter das Angebot im Abschnitt Odeonsplatz-Hochschule teils verdoppelt: Hier gibt es einen Fünf-Minuten-Takt in den Hauptverkehrszeiten montags bis freitags.

Metrobus: Die Linien 50, 54, 56, 59, 60 und 62 verkehren im Stadtgebiet fortan an allen Tagen bis gegen 22 Uhr einheitlich im Zehn-Minuten-Takt, die Linien 53 und 58 teilweise noch länger. Das Angebot wird hier in den Abendstunden verdoppelt.

U-Bahn: Die U 2 Richtung Riem fährt montags bis freitags in der Hauptverkehrszeit bis 20 Uhr alle fünf statt bisher zehn Minuten bis Messestadt Ost. Die U 4 fährt nun auch in den Schulferien in den Hauptverkehrszeiten montags bis freitags alle fünf Minuten. Die U 5 verkehrt montags bis freitags am Abend nun bis 19.30 Uhr im Fünf-Minuten-Takt zwischen Laimer Platz und Neuperlach-Süd.

Preiserhöhung

Mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag steigen wieder die Preise - dieses Jahr allerdings nur moderat um durchschnittlich 1,9 Prozent. So kosten Kurzstrecke und Einzelfahrt künftig 1,50 respektive 2,90 Euro, also jeweils 10 Cent mehr. Die Streifenkarte wird 50 Cent teurer und kostet nun 14 Euro, die Monatskarte für zwei Ringe verteuert sich um 70 Cent auf 55,20 Euro, der Preis für die Monatskarte mit vier Ringen steigt um 90 Cent auf 79,10 Euro. Eine komplette Übersicht über Preise und Fahrplan: www.mvv-muenchen.de. schub

Tram: Auf den Linien 15 und 25 wird zwischen Max-Weber-Platz, Wettersteinplatz und Großhesseloher Brücke in den Abendstunden der Takt verdichtet: Die Züge fahren hier täglich bis Mitternacht im Zehn-Minuten-Takt. Im Münchner Osten werden im Berufsverkehr verstärkt größere Züge eingesetzt. Deshalb ändern sich folgende Linienwege: Die Tram 16 fährt statt der 18 zwischen Sendlinger Tor, Lehel und Effnerplatz. Die Tram 17 fährt statt der 16 zwischen Sendlinger Tor, Max-Weber-Platz und St. Emmeram. Die Tram 18 löst die Linie 17 zwischen Sendlinger Tor, Ostfriedhof und Schwanseestraße ab. Bei den Linien 20/21 wird am Freitag- und Samstagabend das Angebot zwischen Karlsplatz und Westfriedhof verdoppelt: Die Züge fahren bis gegen 1 Uhr im Zehn-Minuten-Takt. Die Tram 27 fährt freitags und samstags bis etwa 1 Uhr alle zehn Minuten zwischen Sendlinger Tor und Petuelring.

S-Bahn: Einen 20-Minuten-Takt führt die Bahn montags bis freitags zwischen 14 und 15.30 Uhr auf den Außenästen folgender Linien ein: S 6 Starnberg-Tutzing, S 3 Maisach-Mammendorf und S 2 zwischen Markt Schwaben und Erding sowie S 2 zwischen Dachau und Petershausen. Die erste S 8 zum Flughafen startet nun um 2.25 Uhr in Pasing. Einen Linientausch gibt es auf der S 4 und S 6: Die S 6 verkehrt nun grundsätzlich, außer im Schülerverkehr, nach Ebersberg. Zwischen Grafing und Ebersberg soll durch den Fahrplanwechsel, zusammen mit dem Filzenexpress, die Anbindung im 20-Minuten-Takt zuverlässiger werden. Zudem gibt es bessere Anschlüsse der S 6 an die S 8 am Leuchtenbergring und die S 2 in Berg am Laim. Die S 4 und S 6 fahren im Zehn-Minuten-Rhythmus ganztägig zwischen Stadtzentrum und Trudering, außer in der Mittagszeit.

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