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Fahrkarten:MVV-Tickets werden um fast drei Prozent teurer

Ein Mann kauft ein Ticket an einem MVV-Automaten.

(Foto: Stephan Rumpf)
  • Der MVV hebt zum Fahrplanwechsel am Sonntag seine Preise an - im Durchschnitt um 2,9 Prozent.
  • Der Preis für Streifenkarten wird um 50 Cent auf 13,50 Euro angehoben.

Von diesem Sonntag an geht wieder die Phase los, in der die Nutzer von Streifenkarten besonders achtsam sein sollten. Denn der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) hebt zum Fahrplanwechsel am Sonntag seine Preise an - im Durchschnitt um 2,9 Prozent. Mit am höchsten ist die Steigerung bei der Streifenkarte: Deren Preis wird um 50 Cent auf 13,50 Euro angehoben. Die Erhöhung bei den Wochen- und Monatskarten fällt dagegen leicht moderater aus.

Nutzer von Streifen- und Einzelkarten müssen nun aufpassen: Denn ihre Tickets, die vor der Tarifumstellung am 11. Dezember 2016 gekauft wurden, können nur noch bis zum 31. März 2017 genutzt werden. Sie umzutauschen, ist auch möglich, aber nur gegen Zahlung des jeweiligen Differenzbetrags. Vom 1. April 2017 an kann der Wert von nicht genutzten Fahrkarten in den Servicezentren von Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) oder Deutscher Bahn (DB) erstattet werden, wie der MVV in einer Mitteilung erklärt. Dabei fällt aber ein pauschales Bearbeitungsentgelt in Höhe von zwei Euro an.

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Mit seiner Erhöhung um durchschnittlich 2,9 Prozent liegt der MVV im Vergleich zu anderen Tarifverbünden in Deutschland mit an der Spitze. In Nürnberg steigen die Preise heuer um 2,6 Prozent, in Berlin nur um 0,5 Prozent und Hamburg um 1,4 Prozent. Entsprechend scharf fiel im September die Kritik von Fahrgastvertretern nach dem Beschluss der MVV-Gesellschafter aus: "Diese Tariferhöhung lässt sich nicht mit den bisherigen Leistungen der Verkehrsunternehmen rechtfertigen, sie ist ein Vorschuss auf Verbesserungen", erklärte die "Aktion Münchner Fahrgäste".

Die Landräte im MVV-Gebiet sehen das ähnlich: Sie wollten in diesem Jahr komplett auf eine Preiserhöhung verzichten. Denn die MVV-Einnahmen seien derzeit mit sieben Prozent mehr deutlich im Plus. Doch eine Nullrunde "war bei den Mitgesellschaftern leider nicht mehrheitsfähig", sagt der Ebersberger Landrat Robert Niedergesäß. Die Landräte hätten deshalb der Erhöhung "zähneknirschend" zugestimmt, wie es heißt.

Hinter der Kalkulation steckt offenbar ein politischer Deal mit einigem Vorlauf. Die MVG, die der Stadt München gehört, hatte gefordert, das Semesterticket für Studenten zu verteuern. Das wäre aber wohl das Ende des begehrten Angebots gewesen, weshalb der MVV einer relativ moderaten Preiserhöhung zum Wintersemester zustimmte.

Hätten die MVV-Gesellschafter nun auch noch eine Nullrunde bei allen anderen Tickets beschlossen, hätte das zu Finanzierungslücken bei der MVG geführt. Die aber argumentiert, sie müsse höhere Personalkosten schultern und ihren Fuhrpark erweitern. Auch Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) verteidigte die generelle Preiserhöhung im MVV als "Grundlage für eine dauerhafte Fortsetzung des Semestertickets".

© SZ vom 09.12.2016/SZ/infu
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