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Ex-JU-Chef schießt zurück:"Hohlmeier genehmigte Podiuks Sturz"

Die Münchner CSU-Chefin Monika Hohlmeier soll die JU-Gruppe um Christian Baretti und Rasso Graber ermuntert haben, den CSU-Fraktionschef Hans Podiuk vom Kreisvorsitz zu stürzen. Rasso Graber sagte zur SZ, sie habe Baretti und ihm eine Woche vor der Wahl im Mai 2003 bei einem Treffen im Ministerium die Erlaubnis erteilt, Podiuk zu stürzen. Monika Hohlmeier weist Grabers Vorwurf zurück.

Das entscheidende Treffen zwischen Monika Hohlmeier und den beiden CSU-Jungstars Baretti (damals CSU-Stadtrat) und Graber (damals JU-Chef) fand am 15. Mai 2003 im Amtszimmer der Kultusministerin statt. Sie galt damals schon als designierte neue Chefin der Münchner CSU, wurde aber erst sechs Wochen später gewählt. Graber sagte gestern zur SZ, Monika Hohlmeier habe sie gefragt, "ob wir den Podiuk loswerden möchten" und "ob wir dafür die nötige Mehrheit haben". Als die beiden versicherten, die Mehrzahl der Delegierten stünde hinter ihnen, habe Monika Hohlmeier geantwortet: "Dann macht's."

Die Bezirksvorsitzende wies Grabers Behauptung zurück. Ohne darauf einzugehen, was bei dem Treffen besprochen wurde, sagte sie auf Anfrage, "die Behauptung ist widersinnig". Schließlich sei sie die Wahlkampfleiterin von Hans Podiuk im OB-Wahlkampf gewesen und habe schon deswegen keinen Grund gehabt, ihn "abzusägen". Statt "seinen Rachefeldzug fortzusetzen", sollte Rasso Graber "zu seinen Fehlern stehen".

In der Öffentlichkeit und parteiintern hatte Monika Hohlmeier stets erklärt, sie wolle sich in die Querelen des Kreisverbands im Münchner Osten nicht einmischen. Da aber nun Graber behauptet, dass sie die "Putschisten" im direkten Gespräch zum Handeln ermuntert habe, erscheinen auch die zahlreichen "Krisengespräche" in einem anderen Licht.