Die alten Regeln? Gelten nicht mehr, sagt der Polizist, als er das Haus der Bauernfamilie ohne Durchsuchungsbefehl auseinandernehmen lässt. Es ist das Jahr 1961, und in Südtirol eskalieren die Konflikte zwischen den Separatisten in der nördlichsten Region Italiens und der Zentralregierung in Rom. Es kommt zu Sprengstoffanschlägen auf Strommasten, mehrere Menschen sterben.
Der in Südtirol aufgewachsene und in München lebende Regisseur Michael Kofler erinnert in seinem Kinodebüt „Zweitland“ an reale historische Ereignisse in seiner Heimat, im Zentrum der Geschichte steht ein Brüderpaar. Während der Bauernsohn Paul (Thomas Prenn) von einem Kunststudium träumt, kämpft sein älterer Bruder Anton (Laurence Rupp) für den Schutz der deutschsprachigen Minderheit in Südtirol. Dafür beteiligt er sich an Attentaten, wird entlarvt – und muss fliehen. Paul und Antons Frau Anna (Aenne Schwarz) bleiben zurück und sehen sich zunehmend Repressalien ausgesetzt.
„Zweitland“ feierte im Sommer beim Filmfest München Premiere, Anfang Dezember startet Koflers Film bundesweit in den Kinos. Am 23. November ist er in Previews zu sehen, im Rio Filmpalast und im Filmeck Gräfelfing. Beide Veranstaltungen laufen im Rahmen des „Europäischen Kinotags“, der sich um kulturellen Austausch bemüht und bei dem auf dem ganzen Kontinent Filme aus Europa gezeigt werden.
Auch in München sind viele Kinos mit von der Partie: Auf dem Programm stehen das Familiendrama „Sentimental Value“ des Norwegers Joachim Trier (City, Leopold, Studio Isabella oder Breitwand Gauting), die Camus-Verfilmung „Der Fremde“ von François Ozon (Arena und Filmeck Gräfelfing) oder die spanische Liebeskomödie „Ein Leben ohne Liebe ist möglich, aber sinnlos“ (Neues Maxim). Und im Monopol stellt Regisseurin Neele Leana Vollmar ihr Ehedrama „Dann passiert das Leben“ persönlich vor.
Zweitland, D/AT/I 2025, Regie: Michael Kofler, Previews am Europäischen Kinotag, Sonntag, 23. November, Rio Filmpalast, Rosenheimer Platz und Filmeck Gräfelfing, Bahnhofsplatz 1

