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Internationales Restaurant Altstadt "Etage Zwo":Erst chillen, dann clubben

Ein Bar-Restaurant mit Club-Anschluss, das ist der Traum eines jeden Nachtschwärmers. Im Münchner Zentrum ist er mit der Etage Zwo nun Realität geworden. Eine ausgesprochen schöne.

Jedes Wochenende stellt sich wieder die quälende Frage: Wohin, bevor man einen Club entert? Geht man essen oder nur was trinken? Welches Lokal ist zentral gelegen und nicht zu weit von einer Disco entfernt? Und welche Lokalität ist nicht zu spießig, so dass man auch ohne Bedenken mit Jeans und Turnschuhen im lässig-jugendlichen Outfit einlaufen kann?

Chef der "Etage Zwo" ist der stadtbekannte Gastronom Carl Walderdorff.

(Foto: Foto: Hess)

Fragen über Fragen. Doch seit ein paar Wochen gibt es in München hierfür eine Antwort. Diese heißt: Etage Zwo. Im Zerwirk, dem zweitältesten Gebäude Münchens (es wurde bereits 1264 erbaut), gibt es im zweiten Stock, direkt über den ebenfalls neuen Club Crux, das gerade eröffnete Lokal. Wirt ist übrigens der stadtbekannte Gastronom Carl Walderdorff (Nage & Sauge, Le Florida). Das weckt schon mal gewisse Erwartungen.

Als wir an einem Dienstagabend vorbeischauen, befürchten wir zuerst, dass uns vegane Küche "drohen" könnte, so wie das im Vorgängerlokal der Fall war. Doch ein Blick auf die Speisekarte löst Erleichterung aus. Das Essen ist international-modern mit einem Hauch bayerisch. Es gibt diverse Vorspeisen und Suppen, Salate kombiniert mit Fisch oder Huhn - und selbstverständlich auch als vegetarische Variante. Außerdem gibt es Pasta-Gerichte (beispielsweise Linguine mit Hühnchenbrust in Mango-Weißweinsoße) und Fleisch- und Fischvariationen.

Nach einem Gläschen Prosecco als Aperitiv (3,30 für 0,1l) wählen wir einen Vorspeisenteller aus der Vitrine (7,50 Euro) und ein Vitello Bavarese (9,80 Euro). Die gemischten Vorspeisen enthalten Kichererbsensalat, Hühnersalat, Kraut-Karottensalat, Heringe und Oliven. Serviert wird das Ganze in einer kleinen Etagere. Dazugereicht werden verschiedene Brotsorten und ein Kräuterfrischkäse.

Die bayerische Version vom Vitello besteht aus hauchdünnen Scheiben von der Kalbsnuß mit Radieserlvinaigrette und Salat. Beide Gerichte schmecken uns ausgesprochen gut. Wir sind begeistert von der neuen Vitello-Variante und auch die Antipasti-Variationen sind pfiffig kombiniert und munden ausgezeichnet.

Kaum haben wir aufgegessen, wird schon der zweite Gang serviert. Keine langen Wartezeiten, das freut uns, zumal wir sehr hungrig sind. Wir haben "Veau brassé" (16,90 Euro) bestellt, geschmorte Kalbshaxe in Rosmarinjus auf Selleriepüree mit Gemüse und Pommes Risolée. Letzteres sind übrigens Kartoffelwürfel, die schmecken wie eine Mischung aus Pommes frites und Bratkartoffeln. Das Kalbfleisch ist so zart, dass es auf der Zunge zergeht. Die dazugereichte Sauce passt hervorragend, ebenso wie die anderen Beilagen.

Aber auch der Fisch kann sich sehen lassen. "Teufel getarnt" ist Saltimbocca vom Seeteufel (15,90 Euro) auf Zucchini-Kirschtomaten-Ragout mit den gleichen Kartoffelwürfeln wie schon bei der Kalbshaxe. Die Seeteufelscheiben sind in Schinken und Salbei gewickelt, eine etwas ungewöhnliche Kombination, die aber nach dem zweiten Bissen ihren Geschmack entfaltet. Im Zusammenspiel mit den Beilagen ergibt sich ein deftig, bayerisch angehauchtes Fischgericht. Uns schmeckt es.