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Essen an Münchner Schulen:Fleischkonsum einschränken?

Die Erkenntnisse sind nun auch in das neue Verpflegungskonzept der Stadt eingeflossen, an dem die "Bio für Kinder"-Initiatoren beteiligt waren. Umweltreferent Lorenz folgert: "Bio ist möglich. Besonders, wenn man den Fleischkonsum einschränkt". Als Bedingung, an die sich die künftigen Caterer halten müssen, wird neben dem Grundsatz, regionale und saisonale Waren zu verwenden, auch Fleisch aus artgerechter Tierhaltung verlangt. Eier müssen zumindest aus Freilandhaltung stammen.

Ob es tatsächlich Caterer geben wird, die all dies zu den bisher in Horten und Tagesheimen üblichen Preisen von 3,10 Euro für Eltern plus städtischem Zuschuss anbieten können, ist offen. Ebenso wie die Frage, ob die Stadt deshalb die Gebührenordnung anheben muss. Bei einem Vorlauf, der aktuell stattfindet, vermeldete das Bildungsreferat, dass es nur wenige Interessenten gegeben habe.

In zwei Einrichtungen musste die Stadt, anders als geplant, eigenes Personal einsetzen, um einen Interessenten zu finden. Gerade für Caterer, die bereits selbst hochwertige Konzepte entwickelt haben, ist eine Ausschreibung in der Größenordnung von 30.000 Essen nicht attraktiv. Etwa für Carola Petrone, eine der Patinnen von "Bio für Kinder", die ausschließlich Bioprodukte verwendet. Ihr Unternehmen "Il Cielo" wurde gerade zum Caterer des Jahres ausgezeichnet. Bewerben will sie sich trotzdem nicht.

Auch im Schulreferat glaubt man, dass die Ausschreibung eher für die Marktführer interessant sein dürfte, die aufgrund geringer Margen auf die Masse setzen. Der Caterer Apetito, der nach eigenen Angaben zehn Prozent der Schulverpflegung an deutschen Schulen übernimmt, hält die Preissensibilität für Lebensmittel speziell im Kita- und Schulmarkt für "sehr hoch", sagt ein Sprecher. Aber: "In München ist die Bereitschaft, etwas höhere Preise für Schulessen zu zahlen, eher größer."

© SZ vom 04.12.2012/afis

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