Katholische Kirche:Synodales Gremium im Erzbistum nimmt die Arbeit auf

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Im Erzbistum München und Freising gibt es jetzt ein Synodales Gremium. (Archivbild) (Foto: Arne Dedert/dpa)

Ein neues Leitungsorgan soll künftig über Fragen wie eine Trau-Assistenz oder die Predigt von Laien beraten. Damit wird eine wichtige Reform-Forderung umgesetzt.

Von Annette Zoch

Im Erzbistum München und Freising hat zum ersten Mal ein neues Leitungsorgan getagt, in dem Laien die Mehrheit stellen: Das sogenannte Synodale Gremium habe sich am Samstag konstituiert, teilte die Erzdiözese am Dienstag mit. Dass Laien und Kleriker gemeinsam beraten und entscheiden, war eine der zentralen Forderungen der deutschen Reformdebatte "Synodaler Weg". Auch Papst Franziskus hatte 2021 eine Weltsynode angestoßen, in der neue Formen der Zusammenarbeit erprobt werden sollen.

Kardinal Reinhard Marx sagte, er freue sich über den wichtigen Schritt hin zu einer synodalen Kirche im Erzbistum. "Bedeutsame Themen hier gemeinsam zu diskutieren und auch angesichts verschiedener Sichtweisen zu einer möglichst großen Einmütigkeit im Hinblick auf anstehende Entscheidungen zu gelangen, sehe ich dabei als wesentliches Ziel", so der Erzbischof von München und Freising.

"Das Treffen war geprägt von einer sehr guten und offenen Grundstimmung", sagte Armin Schalk, Vorsitzender des Münchner Diözesanrats. "Alle freuen sich, dass es jetzt losgeht."

Der Erzbischof soll dem Gremium künftig regelmäßig einen Rechenschaftsbericht vorlegen. Außerdem verständigte man sich laut Erzbistum bereits auf konkrete Themen für die nächsten Sitzungen. Zuerst will man über die Trau-Assistenz für Laien beraten, dann über die Möglichkeit der Predigt in der Eucharistiefeier und die Taufbefugnis für Laien.

Bislang sind all diese Tätigkeiten nur geweihten Personen erlaubt, es gibt aber bereits Diözesen, in denen Laien unter anderem die Taufe spenden dürfen. Genutzt wird dafür der Priestermangel als Argument und kirchenrechtliches Schlupfloch. Weil beispielsweise die Ehe im katholischen Verständnis als Sakrament gilt, das sich die Eheleute gegenseitig spenden, ist kirchenrechtlich streng genommen kein Priester nötig.

In dem Gremium sitzen 15 Personen: Neben Marx noch sieben Vertreter und Vertreterinnen des Diözesanrats unter dem Vorsitz von Armin Schalk, dazu zwei Vertreterinnen des Diözesansteuerausschusses, drei Priester als Vertreter des Priesterrats, für den Bischofsrat die Weihbischöfe Wolfgang Bischof und Rupert Graf zu Stolberg sowie Generalvikar Stephan Klingan und Amtschefin Stephanie Herrmann.

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