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1600 Betten:Mehr Flüchtlinge in die Bayernkaserne

Flüchtlinge in der Bayernkaserne. Diese soll nun ausgebaut werden.

(Foto: Catherina Hess)

Die Erstaufnahmeeinrichtung an der Baierbrunner Straße wird Anfang 2014 aufgelöst. Das Haus soll aber weiter Flüchtlinge beherbergen. Die Freimanner Bayernkaserne wird massiv ausgebaut - dort soll es künftig 1600 Betten für Obdachlose und Asylbewerber geben.

Von Thomas Kronewiter

Das Aus der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber an der Baierbrunner Straße Anfang kommenden Jahres ist beschlossene Sache. Das Haus in Obersendling soll aber nach Möglichkeit weiter Flüchtlinge beherbergen - als Gemeinschaftsunterkunft ohne die permanente Unruhe, die mit dem steten Zustrom und Wechsel verbunden ist.

Damit die Regierung von Oberbayern auf die Erstaufnahmeeinrichtung verzichten kann, wird die bestehende Dependance in der Freimanner Bayernkaserne massiv ausgebaut. Zählt man die Obdachlosen dazu, die dort untergebracht sind oder im Winter im Zuge des Kälteschutzprogramms übernachten dürfen, sollen in der ehemaligen Kaserne an der Heidemannstraße bis zum Jahresende 1600 Menschen unterkommen. Neu bezogen werden dort außerdem Verwaltungsgebäude.

Wie die Regierung von Oberbayern am Mittwoch bestätigte, erzielten diese Übereinkunft Münchens Oberbürgermeister Christian Ude und Regierungspräsident Christoph Hillenbrand am Dienstag bei einem ihrer regelmäßigen Treffen. Sofern das Finanzministerium das nötige Geld freigibt, wird es künftig in der Bayernkaserne drei umzäunte Bereiche geben.

Die Stadt bringt an der Heidemannstraße bis zu 600 Obdachlose unter. Die Regierung von Oberbayern betreut dort künftig bis zu 1000 Asylbewerber. Die derzeit noch in der Kaserne wohnenden unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge werden nach Angaben des Sprechers der Behörde, Stefan Frey, bis Ende des Jahres "in der Jugendhilfe in ganz Bayern untergebracht werden". Die Stadt München will neu ankommende Minderjährige etwa vom Jahreswechsel an direkt Einrichtungen der städtischen Jugendhilfe zuteilen.

Dritter Erstaufnahme-Standort in Bayern gesucht

Wie es mit dem völlig überlasteten Haus an der Baierbrunner Straße weitergeht, gegen das es aus der Nachbarschaft seit Langem Proteste gibt, konnte Frey nicht exakt sagen. Man hofft, die Einrichtung zumindest als Gemeinschaftsunterkunft weiterführen zu können. "Angesichts der derzeitigen Zugangszahlen können wir auf bestehende Unterkünfte nicht verzichten", betonte der Sprecher der Regierung von Oberbayern, zumal man dringend auch weitere Gemeinschaftsunterkünfte brauche. Allerdings wollte er nicht völlig ausschließen, das Haus ganz aufgeben zu müssen, "wenn der Widerstand dagegen zu groß wird".

Die neue Lösung in der Bayernkaserne ist bis zum 31. Dezember 2016 fixiert. Danach soll auf dem Areal ein neues Wohnquartier entstehen. Die Regierung von Oberbayern will dann die Erstaufnahme in kleineren Einheiten konzentrieren, "in der Größe von rund 300 Betten", wie ihr Sprecher Frey sagt. Nach Informationen des Münchner Amts für Wohnen und Migration wird zudem neben München und Zirndorf ein dritter Erstaufnahme-Standort in Bayern gesucht. Frey bestätigte den Bedarf an zusätzlichen Kapazitäten.

Im Viertel wird der Ausbau der Bayern-Kaserne mitgetragen. Der Bezirksausschuss Schwabing-Freimann, der sich in seiner Sitzung am Dienstagabend durch einen Vertreter des Wohnungsamts unterrichten ließ, stellte sich einstimmig hinter das Projekt.

© SZ vom 24.10.2013

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