Ermittlungs-Ergebnis Bogner-Sohn beging Selbstmord

Die Untersuchungen zeigten "eindeutig", dass sich der 17-Jährige Sohn der Münchner Modeunternehmer Willy und Sonia Bogner "bewusst und gewollt" stranguliert habe, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Hinweise auf ein Fremdverschulden oder einen Unfall gebe es nach der Obduktion nicht. Allerdings sei Bernhard Bogner nach einem Wiesn-Besuch offenbar alkoholisiert gewesen. Ein Gutachten zur Bestimmung des Blutalkoholgehalts wurde in Auftrag gegeben.

Die Staatsanwaltschaft betonte weiter, dass mit Rücksicht auf die Angehörigen des Verstorbenen keine weitere Einzelheiten zur Durchführung des Suizids, zu den Lebensumständen des Verstorbenen und den möglichen Hintergründen seines Entschlusses mitgeteilt würden.

Schriftliche Erklärung der Eltern

Kurz zuvor hatten sich Willy und Sonia Bogner in einer schriftlichen Erklärung bereits an die Öffentlichkeit gewandt: "Wir haben die Nachricht erhalten, dass die Polizei beim tragischen Tod unseres geliebten Sohnes Bernhard eine Selbsttötung annimmt." Das Ehepaar Bogner schrieb in der Mitteilung weiter: "Wir möchten mit unserer großen Trauer und dem tiefen Schmerz um unseren geliebten Sohn weiterhin alleine bleiben. Dafür bitten wir um Verständnis."

Ein Sprecher der Familie erklärte, die Trauerfeier und Beisetzung des 17-Jährigen werde in kleinstem Kreis unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Der Termin werde nicht bekannt gegeben.

Bernhard Bogner war am Sonntagmorgen im Haus der Familie tot aufgefunden worden. In einer ersten Erklärung hatten die Eltern am Sonntagabend zunächst von einem "tragischen Unglücksfall" gesprochen.

Ihr 17-jähriger Sohn habe sich nach einem Oktoberfest-Besuch in stark alkoholisiertem Zustand zu Hause in einer Hängematte verheddert und sei dabei erstickt, hieß es darin.

Adoptiv-Kinder aus Brasilien

Das seit 1972 verheiratete Paar hatte seine beiden Kinder Bernhard und Florinda in der brasilianischen Heimat von Sonia Bogner adoptiert. Willy Bogner, am 23. Januar 1942 in München geboren, war wie sein gleichnamiger Vater erfolgreicher Skisportler. 1967 verabschiedete sich Bogner vom Leistungssport, um Filme zu machen. 1970 trat er auch beruflich in die Fußstapfen seines Vaters, der 1977 starb. Bogner baute das elterliche Unternehmen zu einem internationalen Konzern aus.

Daneben machte er sich einen guten Namen als Spezialist für Skisportfilme. Tollkühne Action-Aufnahmen filmte er für verschiedene James-Bond-Thriller. Am 12. April 1964 erlebte Willy Bogner einen schweren Schicksalsschlag: Seine Freundin, die Olympia-Skiläuferin Barbara Henneberg, wurde in der Schweiz von einer Lawine verschüttet.

Jahre später lernte er das brasilianische Model Sonia Ribeiro - ihre Schwester ist die Schauspielerin Florinda Bolkan - kennen. Sonia Bogner übernahm die Damenkollektion des Unternehmens und entwirft seit 1992 eigene Designer-Kollektionen.