Ermittlungen:Zigarettenautomaten aufbrechen ist das neue Hobby junger Krimineller

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Ermittlungen: Es handelt sich hier um ein Archivbild, wie am Preis zu sehen ist, in dem Fall von 2009.

Es handelt sich hier um ein Archivbild, wie am Preis zu sehen ist, in dem Fall von 2009.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Etwa 100 Fälle sind seit Oktober bei der Polizei bekannt - und 22 Täter wurden bereits auf frischer Tat ertappt.

Von Thomas Schmidt

Kriminelle Jugendliche in München haben sich offenbar ein neues Hobby gesucht, zumindest legen das aktuelle Zahlen der Polizei nahe: Seit Oktober 2016 brachen junge Täter in etwa 100 Fällen Zigarettenautomaten auf, um an Kippen und Kleingeld zu kommen. Der bisher letzte Fall verlief für die vier Diebe in doppelter Hinsicht enttäuschend. Erstens zogen sie aus einem Automaten laut Polizei gerade mal vier Ein-Euro-Münzen, eine Deutsche Mark und ein bisschen türkisches Kleingeld, und zweitens wurden sie dabei auch noch von einem Zeugen fotografiert.

Am Freitag gegen 11.30 Uhr bemerkte der 37-jährige Zeuge, wie vier Burschen abwechselnd gegen einen Automaten an der Wirtstraße in Giesing traten. Er knipste ein Beweisfoto und rief die Polizei. Kurz darauf fanden Zivilbeamte die Täter zwischen 16 und 18 Jahren, als sie gerade einen weiteren Zigarettenspender malträtierten. Einer von ihnen, ein 18-jähriger Arbeitsloser, steht beim Kommissariat bereits als Intensivtäter in den Akten.

Laut einem Ermittler gehe unter manchen Jugendlichen derzeit womöglich das Gerücht um, dass man auf diese Weise einfach an Geld käme - aber die Polizei "verfolgt derartige Straftaten konsequent", warnt Sprecherin Claudia Künzel. 60 Fälle habe man bereits klären können, 22 Täter seien "auf frischer Tat" erwischt worden. Meist seien sie im Alter zwischen 16 und 20 Jahren. Am vergangenen Donnerstag beispielsweise traten ein 16- und ein 17-jähriger Münchner gegen einen Zigarettenautomaten in Berg am Laim. Nicht nur, dass der kein Geld ausspuckte - sie wurden auch noch festgenommen.

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