Ermittlungen:Wachleute der Bahn-Sicherheit unter Verdacht

Ermittlungen: Gegen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes wird ermittelt.

Gegen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes wird ermittelt.

(Foto: lks)
  • Gegen drei Kontrolleure der Bahn-Sicherheit wird ermittelt.
  • Zwei Wachleute werden sich wegen Vortäuschens einer Straftat verantworten müssen - sie hatten offenbar einem Fahrgast den Fahrschein wegnehmen wollen.
  • Einem Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsunternehmens legt die Bundespolizei mehrere Fälle zur Last, in denen er im Verdacht von Körperverletzungsdelikten und Nötigungen steht.

Von Martin Bernstein

Schwarze Schafe, die Ärger im öffentlichen Personenverkehr machen, gibt es nicht nur unter Fahrgästen. Die Bundespolizei hat - wie am Mittwoch bekannt wurde - in zwei Fällen Ermittlungen gegen Mitarbeiter von privaten Sicherheitsunternehmen eingeleitet. Die Verantwortlichen der Deutschen Bahn und deren Tochterunternehmen Deutsche Bahn Sicherheit GmbH in München unterstützen laut Bundespolizei-Sprecher Wolfgang Hauner die strafrechtlichen Ermittlungen gegen drei Männer.

Der erste der beiden Fälle ereignete sich im Oktober in der Münchner S-Bahn. Zwei Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma, deren Beschäftige unter Obhut der Deutsche Bahn Sicherheit unter anderem in der S-Bahn eingesetzt werden, hatten dort einen 32-jährigen Senegalesen um seinen Fahrschein gebeten. "Ab hier stehen sich die Aussagen der beiden Sicherheitsmitarbeiter und die aufgezeichneten und von der Bundespolizei ausgewerteten Bilder der Videoüberwachung konträr entgegen", schildert Sprecher Hauner die Situation.

Die beiden Kontrolleure behaupteten, der Senegalese habe sich der Fahrscheinkontrolle entziehen wollen, sei aufgestanden und habe einen der beiden geschubst und beleidigt. Der Reisende dagegen sagte, er habe einen Fahrschein gehabt und sei von den Kontrolleuren genötigt worden, an der Hackerbrücke auszusteigen. Da die Aussagen der Sicherheitsmitarbeiter zunächst glaubwürdig und schlüssig klangen, wurde erst einmal gegen den 32-jährigen Fahrgast ermittelt. Zu Unrecht, wie sich zeigte.

Denn als sich der sachbearbeitende Ermittler die Videoaufzeichnung ansah, kamen ihm Zweifel. Zu sehen war, dass der Senegalese bereits in der Tür stand und seine Fahrkarte übergab. Erst als der Kontrolleur an der Hackerbrücke die S-Bahn mit dem Fahrschein verlassen wollte, versuchte der Senegalesen den Sicherheitsmitarbeiter daran zu hindern. Die beiden Kontrolleure werden sich nun wegen Vortäuschens einer Straftat verantworten müssen. Das Verfahren gegen den unschuldigen Fahrgast wurde eingestellt.

Im zweiten Fall, der am Dienstag bereits Konsequenzen hatte, handelt es sich um einen 48-jährigen Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsunternehmens. Die Bundespolizei legt ihm mehrere Fälle zur Last, in denen er im Verdacht von Körperverletzungsdelikten und Nötigungen steht. Zudem soll er Kollegen zu Falschaussagen angestiftet haben.

© SZ vom 30.03.2017/vewo
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