Er verzehrt sich nach ihr. In der Festungshaft malt und schreibt er ihr 1924 ein Bilderbuch. Auf der hier abgebildeten Seite sieht man ein krötenähnliches Wesen, eine Art knienden Lurch, die Hände erhoben, mit dem Ausdruck sehnsüchtigster Traurigkeit ein Blümchen emporreckend. Seine Zeilen dazu: „Wer nie vor einem Herzen gekniet / und hat ihm ein Blümlein dargebracht, / der ist so arm, dass die Sonne ihn flieht; / der kennt nicht der Liebe himmlische Macht.“
Buch über Erich und Zenzl Mühsam„Das ist denn nun also das dauerhafteste feste Gschpusi, das ich je gehabt habe“
Lesezeit: 4 Min.

Eine Biografie widmet sich erstmals ausgiebig der Beziehung des revolutionären Dichters Erich Mühsam zu seiner Frau Zenzl, die unerschrocken an seiner Seite stand.
Von Christian Jooß-Bernau, München

Oskar Maria Grafs Frauenbilder:Von Müttern, die erschüttern
Im Literaturhaus München umkreisen anlässlich von Oskar Maria Grafs 130. Geburtstag ein Abend und eine Tagung die Frauenbilder im Werk des bayerischen Weltschriftstellers. „Mütter, Arbeiterinnen, Revolutionärinnen“: Wie modern wirken Grafs Frauenfiguren?
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