Kronthaler Weiher:Rückfall in alte Muster

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Kronthaler Weiher: Teurer Badetag am Kronthaler Weiher: Autos, die die Rettungswege blockierten, wurden konsequent aufgeschrieben und abgeschleppt.

Teurer Badetag am Kronthaler Weiher: Autos, die die Rettungswege blockierten, wurden konsequent aufgeschrieben und abgeschleppt.

(Foto: privat)

Die Wasserwacht ist konsterniert: Erneut blockieren zahlreiche Falschparker die Rettungswege

Von Max Ferstl, Erding

Bernd Janowsky kann es sich selbst nicht so recht erklären. Eigentlich schien das Problem doch gelöst: Die Badegäste am Kronthaler Weiher würden sich immer besser an die Parkregeln halten, hatte sich Janowsky, Vorsitzender der Wasserwacht Erding, erst kürzlich gefreut (SZ vom 17. August). Doch seit Dienstag steht fest: Janowsky hat sich zu früh gefreut. Die Badegäste ignorierten munter sämtliche Regeln, stellten ihre Autos direkt unter Parken-Verboten-Schildern ab, kümmerten sich nicht um blockierte Zufahrtswege. Es war schon mal schlimmer, findet Janowsky. Und doch war es ein Rückfall in überwunden geglaubte Verhaltensmuster.

Janowsky versteht die Leute nicht: "Sie gefährden damit ja ihre eigene Sicherheit." Am Dienstag war die Wasserwacht Erding von der Wachstation am Kronthaler Weiher ausgerückt. In Moosburg hatte sich eine Kajakfahrerin am Ufer verfangen, die Kollegen hatten Hilfe angefordert. Als man später zurück zur Wachstation fahren wollte, blockierten Falschparker den Weg. Es gab fast kein Durchkommen. "Wir mussten aussteigen und die Fahrzeuge durchmanövrieren," erzählt Janowsky: "Es hat gerade so gepasst, zwei Zentimeter auf jeder Seite." Im Ernstfall gehe dadurch wertvolle Zeit verloren. Schließlich müssen Rettungsfahrzeuge den See schnell und unkompliziert erreichen und verlassen können - selbst bei Gegenverkehr. Das wäre an dem Tag unmöglich gewesen, sagt Janowsky. Vor allem wenn größere Rettungsfahrzeuge benötigt worden wären.

Das Problem ist nicht neu. Es hat sich aber verschärft, seitdem der Kronthaler Weiher als Naherholungsgebiet überregional an Beliebtheit gewonnen hat. Wasserwacht, Stadt und Polizei haben zuletzt viel unternommen, um gegenzusteuern. Man stellte alle paar Meter gut sichtbar Hinweisschilder auf. Planken verhindern nun, dass die Hänge wie früher als Parkplätzen genutzt werden. Falschparker werden konsequent aufgeschrieben und abgeschleppt. Das schien zu wirken. Anton Altmann, Leiter der Polizeiinspektion Erding, glaubte, dass "die Sache erledigt" sei. Der vergangene Dienstag spricht eher nicht dafür.

Die Polizei zählte 80 Falschparker. Diese müssen mit 75 Euro Bußgeld rechnen, plus einem Punkt, weil die Polizei in solchen Fällen den Vorsatz mit einberechnet. Wer hier falsch parkt, kann hinterher nicht argumentieren, die vielen Verbotsschilder übersehen zu haben. Für Janowsky sind solche Tage Rückschläge. Abbringen lassen will er sich davon jedoch nicht: Man werde weiterhin konsequent kontrollieren und zur Not abschleppen, sagt Janowsky. "Der Weg ist richtig."

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