Wasserwacht Erding:Ganz schön teuer

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Wasserwacht Erding: Gut behütet dürfen sich die Badegäste am Kronthaler Weiher fühlen. Die Wasserwacht verfügt über eine modern ausgestattete Station.

Gut behütet dürfen sich die Badegäste am Kronthaler Weiher fühlen. Die Wasserwacht verfügt über eine modern ausgestattete Station.

(Foto: Renate Schmidt)

Bund der Steuerzahler lässt sich Kostensteigerung für neue Wasserwachtstation erklären. Mittlerweile ist die Sache erledigt

Die Stadt Erding muss sich keine Verschwendungssucht beim Bau der neuen Wasserwachtstation am Kronthaler Weiher vorwerfen lassen. Der Bund der Steuerzahler hatte zwar einen Hinweis erhalten, weil sich die Kosten für den Bau deutlich erhöht hatten, das machte OB Max Gotz (CSU) am Freitag bei der Versammlung des Kreisverbandes des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) öffentlich. Nach zwei Stellungnahmen des Rathauses sei die Angelegenheit für den Bund der Steuerzahler aber erledigt gewesen, sagte Gotz der SZ Erding. Allerdings habe der Vorgang einen "Riesenaufwand" erfordert. Als besonders schmerzhaft habe er es empfunden, dass der Bund der Steuerzahler den Hinweis aus den Reihen des BRK erhalten habe.

Gotz hatte am Freitag seine Abschiedsrede gehalten und Bilanz gezogen. Nach acht Jahren an der Spitze des BRK-Kreisverbandes trat er nicht mehr an, die Mitglieder wählten den Taufkirchener Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU) zu seinem Nachfolger. Der Erdinger OB wies in seiner Rede auf die Erfolge der vergangenen acht Jahre hin: Die Höhe der Schulden seien von einer Million auf gut die Hälfte zusammengeschrumpft; das Angebot von der Kinder- bis zur Seniorenbetreuung sei ausgebaut worden; und der Umsatz habe sich von 3,8 Millionen Euro im Jahr 2008 auf 6,4 Millionen im Jahr 2016 gesteigert. Neben all den Erfolgen gehöre die Auseinandersetzung mit dem Bund der Steuerzahler "aber auch in einer Bilanz angesprochen", sagte Gotz am Montag. Dieser Verband fand auf Nachfrage der SZ zwar überhaupt keine Unterlagen zu diesem Vorgang in seinen Akten. Das Stadtbauamt habe jedoch, bestätigt Gotz, in zwei Stellungnahmen dargelegt, wie es zu der Kostensteigerung gekommen war: Der Untergrund für das Wasserwachthaus habe sich als brüchiger als erwartet erwiesen. "Das ist aufgeschütteter Kies und kein gewachsener Boden." Die Wasserwacht verfügt dort nun über ein stattliches Haus mit mehr Platz für Hilfesuchende, mehr Lagerfläche, neuen Duschen und einer kleine Küche. Vor allem aber wurde der Zugang zum Wasser umgestaltet, um im Sommer und im Winter so schnell wie möglich mit Booten oder Eisschlitten zu einem Verunglückten vordringen zu können. Dafür waren Arbeiten am Boden erforderlich, das habe man dem Bund der Steuerzahler dargelegt. Die erste Kostenschätzung für den Bau war von etwa 600 000 Euro ausgegangen. Nach zwei Steigerungen kostete das Haus am Ende 870 000 Euro. Wer den Hinweis an den Bund für Steuerzahler gegeben hatte, verrät Gotz nicht: "Das ist ganz alleine meine Sache. Diesen Sprengstoff lasse ich nicht raus."

Einen besseren Boden hätte es wohl auf der anderen Seite des Weihers gegeben, fügte er jedoch an. Ein anderer Standort sei auch innerhalb der Wasserwacht diskutiert, dann aber verworfen worden. Die bessere Einsehbarkeit und die bessere Erreichbarkeit hätten den Ausschlag gegeben für die Entscheidung, am alten Standort zu bleiben, entschieden habe die Wasserwacht alleine. Die Stadt hat die Erweiterung der Wasserwachtstation bezahlt.

Die Neuwahlen des BRK-Kreisvorstandes bildeten eine Zäsur für ihn, sagte Gotz. Die Mitglieder hatten ihn mit lang anhaltendem Applaus verabschiedet, für Gotz war dies ein " sehr bewegender und emotionaler Augenblick". Die acht Jahre seien "nicht immer leicht" gewesen, sagte auch der stellvertretende Landrat Jakob Schwimmer (CSU). Zuletzt hatte die Kandidatur Siegfried Ippischs, des früheren Ortsvorsitzenden der Erdinger Wasserwacht, viel Wirbel verursacht. Ippisch war Hofstetter, den Gotz vorgeschlagen hatte, bei der Wahl jedoch deutlich mit 151:232 Stimmen unterlegen.

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