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Wartenberg/Kirchberg:Zeichen für den Erhalt der Lindenallee

Nur noch 228 der ehemals etwa 500 Bäumen der Lindenallee stehen noch am Straßenrand. Jetzt sollen 70 Linden neu gepflanzt werden.

(Foto: Renate Schmidt)

Grundstückseigentümer pflanzt zusammen mit Bund Naturschutz Baum. Das Landratsamt stimmt der Eigeninitiative zu

Nur noch 228 der ehemals etwa 500 Bäumen des Naturdenkmals Lindenallee zwischen Wartenberg und Kirchberg stehen noch am Straßenrand. Rund 70 neue Bäume sollen nun in 2,5 Meter Abstand vom Straßenrand nachgepflanzt werden, wie das Landratsamt Ende Oktober bekannt gab. Diese Zusage hat nun ein an der Allee anliegender Eigentümer dazu bewogen, zusammen mit dem Bund Naturschutz (BN) die Nachpflanzungen auf seinem Grundstück sofort und in Eigenregie zu machen, auch um "eine Zeichen zu setzen", dass es Zeit wird, anzufangen mit der Nachpflanzung, wie Manfred Drobny, der Geschäftsführer der BN-Kreisgruppe Erding sagt. Der Baum sei vom BN gestiftet und werde auf dem Grundstück des Eigentümers an der Lindenallee gepflanzt.

Diesmal mit dem Einverständnis des Landratsamtes Erding, wie Claudia Fiebrandt-Kirmeyer, Pressesprecherin des Landratsamtes, mitteilt. "Schon vor zwei Jahren hatte der Mann in Eigeninitiative eine Linde eingepflanzt. Die wurde ihm aber vom Straßenbauamt rausgerissen", sagt der BN-Geschäftsführer.

Das Landratsamt begründet die Zustimmung damit, dass die Pflanzungen in Eigenregie im Einklang mit den Zielen des Landkreises - "nämlich eine Verjüngung der Lindenallee mit Pflanzungen an baumgerechten Standorten um damit den langfristigen Fortbestand der Lindenallee zu sichern" - stehe. Private Pflanzmaßnahmen an der Lindenallee würden "äußerst positiv beurteilt" laut Fiebrandt-Kirmeyer.

Das Landratsamt selber werde im nächsten Verfahrensschritt nun die betroffenen rund zwanzig Grundstückseigentümer entlang des Natur- und Kulturdenkmals informieren, um mit jedem von ihnen eine individuelle Vereinbarung abzuschließen, die das Pflanzen der Bäume ermöglicht, so die Pressesprecherin. Grundsätzlich sei aber in allen Fällen eine individuelle Rücksprache mit dem Liegenschaftsmanagement am Landratsamt Erding erforderlich, damit die Baumpflanzungen auch an den vorgesehenen Standorten erfolgen können und nicht gegen gesetzliche Vorschriften wie zum Beispiel das Einhalten von Sichtdreiecken verstoßen. Die Auswahl der Baumart erfolge in Absprache mit der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Erding.

Wo nun genau die 70 neuen Linden hinkommen sollen, will der Bund Naturschutz schon länger wissen. "Bisher haben wir den Pflanzplan aber noch nicht erhalten, obwohl er uns rein formal rechtlich zusteht", sagt Manfred Drobny. Der BN Erding habe aber die Auskunft bekommen, dass der Ort für die Linde des Eigentümers im Plan eingezeichnet sei.

Der Bund Naturschutz begrüßt im übrigen das Konzept, mit dem die Lindenallee doch noch gerettet werden kann, ist aber mit der Zahl der zu pflanzenden Bäum unzufrieden. Bei mittlerweile mehr als 200 gefällten Bäumen würden mit 70 Neupflanzungen bei weitem nicht alle Lücken gefüllt werden können. Es müssten weitere Bäume gepflanzt werden, um auch die restlichen Lücken in der Allee zu füllen. Zudem müssten Maßnahmen zum Schutz der Bäume ergriffen werden.

Der Bund Naturschutz hat mit mehr als 2000 Unterschriften für den Erhalt des Naturdenkmales "Lindenallee von Wartenberg bis Schröding" gekämpft. Im Frühjahr 2018 hatte der Umweltausschuss des Bayrischen Landtages die Petition einstimmig gewürdigt - mit der Aufforderung, alle Möglichkeiten einer Nachpflanzung in den entstandenen Lücken zu nutzen. Und dieser Empfehlung sollte man nachkommen.