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Wartenberg:Gerüstet für den Notfall

Markt erwägt Erstellung eines eigenen Ordners für Bürger

Braucht die Gemeinde Wartenberg einen sogenannten Notfallordner, beziehungsweise eine eigene Patientenmappe? So ganz schlüssig ist man sich im Gemeinderat noch nicht, weshalb man die Entscheidung auf eine spätere Sitzung vertagt hat. In einem Notfallordner sollen alle wichtigen Vorsorgedokumente und Unterlagen aufbewahrt werden, die Angehörige, Vertrauenspersonen und oder Bevollmächtigte benötigen, wenn man selbst im Ernstfall nicht mehr in der Lage ist, selber Entscheidungen zu treffen. Er soll aber auch Rettungskräfte helfen, sich zum Beispiel einen schnellen Überblick zu verschaffen, wer im Notfall zu verständigen ist oder welche Vorerkrankungen, Medikationen oder zurückliegenden Behandlungen es gibt.

Eine eigene Notfallordner, zugeschnitten auf den Markt Wartenberg gibt es bis dato nicht, wäre aber durchaus "sinnvoll und nützlich", ein Gewinn für die Bürger der Gemeinde. Darin war man sich einig. Allerdings auch, dass die Kosten für einen solchen Ordner, bei rund 6000 Einwohnern und mehr als 2400 Haushalten, von der Gemeinde nicht übernommen werden sollten. Man könne die Mappe erstellen und drucken lassen und dann zum Verkauf anbieten, um die Unkosten wieder herein zu bekommen.

Ein Vorbild haben die Markträte auch schon ausgemacht: die Patientenmappe Landkreis Erding". Herausgegeben von der Gesundheitsregionplus des Landkreises. Und es wurde auch eine sogenannte Notfalldose. Notfalldosen gibt es in Deutschland von verschiedenen Organisationen und verschiedenen Farben. Sie alle sollen Ersthelfern oder dem Notarzt die Arbeit erleichtern dank medizinischer Daten oder den Namen von Kontaktpersonen, die in einem Notfall benachrichtigt werden sollten oder Menschen, die sich um das Haustier kümmern können. Ihren Platz soll sie im Kühlschrank haben - was kaum einer der Gemeinderäte wusste.

Favorit war die Patientenmappe des Landkreises, aber nicht gefallen hat dabei die geringe Signalwirkung des Heftes im Format DIN-A-4. Es wurde kritisiert, dass zu viel Text und zu viel "Landkreis" auf der Titelseite sei. Bis zur nächsten Sitzung sollen sich jetzt alle Gemeinderäten Gedanken darüber machen, ob der Markt überhaupt eine eigene benötigt und wenn ja, wie sie aussehen soll und was in dem Notfallordner stehen soll.

© SZ vom 03.07.2020 / wil

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