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Wartenberg:Alle auf der Kippe

Vertrag mit Orthopäde kommt vorerst nicht zustande

Es hatte sich alles so gut angehört: ein in Wartenberg wohnenden Orthopäde hatte Interesse signalisiert, sich im Markt mit einer Zweigstelle nieder zu lassen. Größtes Problem: es gibt keine geeigneten Praxisräume in Wartenberg. Deshalb war man auf die Idee gekommen, einen gebrauchten Container zu kaufen und ihn an den Arzt vermieten. Und so stand als Punkt 5 auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am Mittwoch der Kauf eines gebrauchten Moduls für den Bau einer Arztpraxis an der Thenner Straße. Doch dazu kam es nicht. Im öffentlichen Teil der Sitzung wurde bekannt, warum bereits vor Punkt 1 eine nichtöffentliche Sitzung eingeschoben wurde: der Plan hat sich zerschlagen. "Wir lassen den Punkt 5 ausfallen, beziehungsweise verschieben ihn auf unbestimmte Zeit, bis wir einen unterschriftsreifen Vertrag haben", sagt Bürgermeister Christian Pröbst. Ob sich der Orthopäde ganz zurück gezogen hat, ließ Pröbst offen.

Die medizinische Versorgung im Markt beschäftigt schon länger die Gemeinderäte. Bereits vor zwei Jahren war eine Bestandsuntersuchung in Auftrag gegeben worden, die aber unterschiedlich im Gemeinderat beurteilt wird. Während die CSU und Neue Mitte eine neue Versorgungsanalyse mit Handlungsempfehlung durch eine neutrale Planungs- und Beratungsgesellschaft favorisieren, setzen sich SPD, Grüne und Freie Wähler dafür ein, diese vorliegende Untersuchung einzubeziehen.

Welche große Herausforderung es ist, eine medizinischer Versorgung im Wettstreit mit anderen Kommunen sicher zu stellen, zeige die derzeitige Situation. "Wir müssen trotz des Rückschlags weiter machen", sagte Josef Sedlmeier (CSU). Aber auf Basis der alten "sehr guten Analyse", sagte Heike Schmidt-Kronseder (Freie Wähler). Die Situation vor Ort kenne man, dafür muss man nicht erneut Geld ausgeben. Auch Melanie Falzetta (Grüne) meinte, dass sich in zwei Jahren wohl nicht viel in Wartenberg geändert habe. Eine Analyse alleine verhelfe noch nicht zu neuen Ärzten, sagte Martina Scheyhing (Grüne). Dominik Rutz (Grüne) sprach sich für eine Runden Tisch mit allen Beteiligten aus.

Da CSU und Neue Mitte zwölf von 20 Sitzen haben, endet die Abstimmung 12:8.

© SZ vom 24.07.2020 / wil

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