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Waldbad:Taufkirchen drängt auf Freibadsaison

Waldbad

Bürgermeister Stefan Haberl (vorne), die Waldbadreferentinnen, die Damen der Verwaltung und die Bademeister hoffen auf Signale der Politik.

(Foto: Renate Schmidt)

Das weitläufige Areal des Waldbads biete beste Voraussetzungen, dass die Badegäste Abstand zueinander halten können. Bürgermeister Haberl hofft auf rasche Signale der Landespolitik

Die Gemeinde Taufkirchen drängt darauf, dass die Freibadsaison heuer nicht ins Wasser fällt. Der neue Bürgermeister Stefan Haberl (CSU) und die beiden neuen Waldbadreferentinnen Anneliese Mayer (CSU) und Bärbel Leiner (SPD) haben bei einem Pressegespräch im Waldbad an die Landespolitik appelliert, konkrete Vorgaben zu erlassen, unter denen die Bäderbetriebe öffnen können. In Taufkirchen sehe man sich in der Lage, sämtliche Hygiene- und Sicherheitsstandards zu erfüllen.

Das Taufkirchener Waldbad gilt als eines der schönsten in Ostbayern. Zudem zählt es auch zu den größten: Das Freibad hat eine Fläche von mehr als 20 000 Quadratmetern, davon 14 000 Quadratmeter Rasenfläche. Dieses weitläufige Areal bietet beste Voraussetzungen, dass die Badegäste auf den Liegeflächen zueinander Abstand halten können. Normalerweise wäre schon Betrieb: Obwohl die meisten Bäder erst Mitte Mai öffnen, prescht Taufkirchen bei schönem Wetter meist schon zum 1. Mai vor und öffnet bereits das Nichtschwimmerbecken. Mitte Mai ist dann auch das Schwimmerbecken startbereit. Das Nichtschwimmerbecken ist derzeit abgelassen und sauber geputzt. Im Schwimmerbecken steht noch das Wasser vom Vorjahr, das man als Frostschutz über den Winter im Becken gelassen hat. 3000 Kubikmeter fasst dieses Becken, aktuell dümpeln dort nur die Grünalgen darin.

Das Nichtschwimmerbecken könnte man innerhalb weniger Tage in Betrieb nehmen, sagte Bademeister Ralph Alscher. Dazu müsste er nur "den Staub rausspritzen" und das Becken befüllen. Etwa zweieinhalb Tage dauert es, um diese riesige Badewanne volllaufen zu lassen. Beim Schwimmerbecken hat man den Frühjahrsputz noch aufgeschoben. Sollte tatsächlich der Fall eintreten, dass die Badesaison heuer ausfällt, würde man sich die Arbeit sparen, sie im Herbst ein zweites Mal mit Frischwasser zu befüllen.

Das Problem aus Sicht der Taufkirchener ist, dass die Haltung der Staatsregierung zu den Bäderbetrieben derzeit völlig intransparent ist. Ministerpräsident Markus Söder hat bislang lediglich verlauten lassen, dass im Juni noch "nichts" gehe. In Nordrhein-Westfalen hingegen dürfen seit vergangenem Mittwoch etwa 340 Freibäder unter strengen Auflagen wieder öffnen. In Berlin, wo die Freibäder am 25. Mai wieder öffnen dürfen, sieht das Konzept vor, dass die Besucher vorab online Eintrittskarten kaufen müssen, die nur für ein bestimmtes Zeitfenster gültig und in limitierter Zahl erhältlich sind.

Unter welchen Bedingungen auch immer, die Taufkirchener wollen flexibel sein und die Maßgaben umsetzen. Wenn es beispielsweise erforderlich sei, wie bei Gaststätten die Namen und Telefonnummern der Badegäste zu notieren, dann werde man einfach mehr Personal für das Waldbad abstellen. Bürgermeister Haberl kennt dabei auch keine zeitliche Schmerzgrenze: Selbst wenn das Waldbad erst Mitte August öffnen dürfte, soll es zumindest eine kurze Badesaison geben: "Dann verlängern wir in den Herbst hinein", sagte er. Solange das Wetter es eben zulasse.

Die Gemeindeverwaltung betonte, dass durch die aktuelle Situation den Stammgästen kein finanzieller Schaden entstehen solle: Es seien bereits etliche 100 Saisonkarten verkauft worden, die keinesfalls verfallen würden: "Es sind eh nur Gutscheine", sagte Verena Held, die auch in der kommenden Saison verwendet werden können. Heuer soll es reduzierte "Corona-Karten" geben, gesetzt den Fall, die Saison kann starten. Aber dazu müsste es nun klare Signale aus der Politik geben, denn darauf wartet man in Taufkirchen.

© SZ vom 22.05.2020

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