Vortragsprogramm:9. Tibettage in Freising

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Initiative informiert in Vorträgen über die Region

Aufmerksam machen auf die Situation der Menschen, das möchte die Regionalgruppe Freising der Tibet-Initiative Deutschland. Im November veranstaltet sie die 9. Freisinger Tibettage. "Die Tibeter leben seit Jahrzehnten unter chinesischer Unterdrückung", sagt Andreas Printz, Mitglied der Freisinger Initiative, "und das dringt kaum zu den Deutschen durch, alleine weil die chinesische Regierung versucht, jede Art von Informationsübermittlung nach außen zu verhindern." Es war Petra Kelly, Gründungsmitglied der Grünen und von 1987 bis 1990 Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Freising, die in Bonn eine internationale Tibet-Anhörung organisierte und damit eine Sympathiewelle auslöste. Sie legte auch den Grundstein für die hiesige Tibet-Unterstützergruppe, die damals deutschlandweit eine der ersten war. Am Mittwoch, 29. November, wäre Kelly 70 Jahre alt geworden, weshalb der Höhepunkt der diesjährigen Freisinger Tibettage an diesem Tag von 19 Uhr an eine Gedenkfeier für sie im Hofbrauhauskeller sein wird.

In den Wochen zuvor gibt es bereits ein Vortragsprogramm: In der Hochschulgemeinde, Hohenbachernstraße 9, spricht Sebastian Holzner am Samstag, 18. November, von 19 Uhr an über die Verbindungen der Region Tibet zur Mongolei, von wilden Pferden und dem Dalai Lama. Andreas Printz beleuchtet am Dienstag, 21. November, 19 Uhr, die Menschenrechtssituation in China und Tibet. Am Samstag, 25. November, erzählt Stephan Meurisch anhand von Reisefotos über seinen 13 000 Kilometer langen Weg nach Tibet, den er zu Fuß und ohne Geld unternommen hat.

Die Tibet-Initiative setzt sich für das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein und versucht, sein Schicksal bekannter zu machen. Durch Unterschriftenaktionen sei in der Vergangenheit bereits die Freilassung von politischen Gefangenen oder zumindest eine Verbesserung ihrer Haftbedingungen erreicht worden. "Ich glaube fest daran, dass sich Demokratie und Menschenrechte langfristig durchsetzen werden", sagt Printz.

Kann man darüber hinaus von Deutschland aus im Tausende Kilometer entfernten Tibet überhaupt etwas ausrichten? Durchaus, meint er: "Unser Lebensstil trägt nicht unwesentlich dazu bei, dass sich in Tibet nichts verändert. Die Region ist reich an Rohstoffen, insbesondere an seltenen Erden, die für die Herstellung von Elektronikgeräten benötigt werden. Für China ist das ein großer Wirtschaftsfaktor. Wenn wir uns also jedes Jahr ein neues Smartphone kaufen, verschlimmern wir damit indirekt nicht nur die Situation der Menschen in Afrika, sondern auch in Tibet." Abgesehen von einem bewussteren Konsumverhalten setzt Printz vor allem darauf, über den anhaltenden Konflikt zu informieren. "Wenn sich mehr Menschen für die Tibeter einsetzen, wächst der politische Druck."

Programm herunterladen unter: www.tibet-freising.de/9_tibet_tage_freising_2017/

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