Einen Streifzug durch die bairische Sprache unternimmt Gerald Huber, Autor, Münchner Turmschreiber und BR-Journalist, am Montag, 15. September beim Historischen Verein Erding. In dem humorvollen und zugleich fundierten Vortrag werden die Ursprünge des Bairischen ebenso behandelt wie die Frage, warum eine Semmel niemals ein Brötchen sein kann.
Gerald Huber ist in Landshut geboren, hat Geschichte und Germanistik in Regensburg und München studiert und ist seit 1987 beim Bayerischen Rundfunk, wo er mehrere Sendereihen zur bayerischen Kultur und Geschichte gestaltet hat. Huber ist unter anderem mit der Tassilo-Medaille des Fördervereins Bayerische Sprache und Dialekte ausgezeichnet worden. 2010 wurde er Mitglied der Münchner Turmschreiber.
Seine Vorträge und Bücher widmen sich dem Bairischen, wobei sein Interesse generell der Sprache gelte, denn Sprache mache den Menschen aus, sagt Huber. Wer verlerne, Bairisch zu sprechen, der werde schließlich seine Identität und seinen kulturellen Halt verlieren, ist er überzeugt. Er wolle den Bairisch-Sprechenden „Bewusstsein vermitteln und Selbstbewusstheit“.
Mit seinem Vortrag in Erding werbe er um Verständnis für die älteste deutsche Regionalsprache und eine der ältesten Kultursprachen Europas. Einer Sprache, die auf der roten UNESCO-Liste der aussterbenden Sprachen steht, „obwohl Bairisch seit Jahrzehnten am häufigsten genannt wird, wenn nach der Beliebtheit deutscher Dialekte gefragt wird“.
Hubers Bairische Wortkunde biete „sowohl für den Kenner als auch für den Laien nicht alltägliche Einblicke in die Kultur der bairischen und deutschen Alltagssprache“, schreibt der Historische Verein Erding. Der Autor und Journalist werde von den historischen Ursprüngen des Bairischen erzählen, die Geschichte der Wörter erklären und darlegen, warum eben eine Semmel niemals ein Brötchen sein kann. „Mit wissenschaftlichem Fachwissen, aber immer auch einem Augenzwinkern“ werde Gerald Huber zeigen, „warum Bairisch das eigentliche Hochdeutsch ist“.
Bairische Wortkunde mit Gerald Huber, Montag, 15. September, 19.30 Uhr, Festsaal des Erdinger Weißbräu, Lange Zeile 1+3, Erding. Eine Anmeldung ist nicht nötig, Eintritt frei.

