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Volksfest Dorfen:Neuer, alter Festwirt

Patrick Schmidt betreibt seit fünf Jahren in Landshut das Gasthaus "Zollhaus" und ist seit 2018 als Festwirt auf der Landshuter Dult vertreten.

(Foto: Mediameans/oh)

Der Landshuter Patrick Schmidt, der schon heuer die Festhalle betreiben wollte, hat sich bei der Bewerbung fürs nächste Jahr erneut durchgesetzt - und hofft nun, dass es im August 2021 "irgendwie geregelt stattfinden kann"

Von Florian Tempel, Dorfen

"Ich freue mich, dass es wieder geklappt hat", sagt Patrick Schmidt am Donnerstag, "ich gehe positiv ins nächste Jahr. Ich bin guter Hoffnung, dass das Volksfest irgendwie geregelt stattfinden kann." Am Mittwochabend hat der Hauptausschuss des Dorfener Stadtrats den 31-jährigen Landshuter zum zweiten Mal als Wirt für das Volksfest ausgewählt, das vom 6. bis 15. August 2021 stattfinden soll. Das Dorfener Wirte-Quartett Ernst Hennel, Robert Eicher, Ilse und Peter Klotz, das 15 Jahre lang als "Prost Mahlzeit GbR" die Festhalle betrieb, hatte diesmal wegen der Corona-bedingten Ungewissheiten keine Bewerbung abgegeben.

Vor einem Jahr hatte Schmidt die Dorfener Wirte schon einmal bei der Bewerbung ausgestochen. Diese waren daraufhin vor Gericht gegangen und hatten die Vergabe wegen ihrer Ansicht nach unklarer Ausschreibungskriterien und rechtlich nicht haltbarer Modalitäten angefochten. Das Verwaltungsgericht wies die Klage der Dorfener jedoch im Eilverfahren zurück. Ein endgültiges Urteil steht noch aus. Der Prozess ist noch nicht beendet, auch wenn das Volksfest in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie gar nicht stattfand.

Bei der Ausschreibung für das Volksfest 2021 änderte die Stadt Dorfen die zuvor nur ungenau formulierten Vorgaben ganz erheblich und führte feste Kriterien ein, die nach einem Punktesystem bewertet wurden. So konnten Bewerber zum Beispiel verstärkt punkten, je mehr regionale oder ökologisch produzierte Lebensmittel sie verwenden oder wenn sie familienfreundliche Sonderangebote machen.

Wie dieses System im Detail und in der Realität funktionierte, war nicht zu erfahren. Die Volksfestvergabe fand in der nicht-öffentlichen Sitzung des Hauptausschusses statt. In der Presseerklärung der Stadt Dorfen steht, dass insgesamt "drei Briefe fristgemäß" eingegangen seien, davon sei aber "ein Angebot leer gewesen und konnte nicht in der Entscheidung berücksichtigt werden". Weiter heißt es: "Grundlage der Ausschreibung war, dass das Volksfest im kommenden Jahr unter normalen Bedingungen durchgeführt werden kann. Sollten sich die Rahmenbedingungen für das Volksfest ändern, hat die Stadtverwaltung die Möglichkeit den Pachtvertrag an die neuen Voraussetzungen anzupassen. Die Stadtverwaltung wird hier eng mit dem Festwirt zusammenarbeiten und in Abstimmung mit dem Festwirt auf entsprechende Entwicklungen reagieren."

Die langjährigen Dorfener Wirte haben in einem Schreiben an Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) ihre Nicht-Bewerbung explizit mit den Unwägbarkeiten durch die Corona-Pandemie begründet. Die Ausschreibung "verweist unter anderem auf einen Bestuhlungsplan, der vom Landratsamt zu genehmigen sei." Eine Bestuhlungsplan dürfte "im kommenden Jahr zur Infektionsvermeidung erhebliche Bedeutung erlangen", es gebe aber laut Auskunft des Landratsamtes noch keine Richtlinie, "wie eine volksfesttypische Bestuhlung in diesen Zeiten aussehen könnte und ob eine solche überhaupt genehmigungsfähig wäre". Da die Stadt trotz dieser Ungewissheiten und laut dem Ausschreibungstext unverändert mindestens 70 000 Euro Pacht für die als Festhalle genutzte Dorfener Eishalle verlangt - die die Stadt für 80 000 Euro vom Verein ESC Dorfen mietet -, "sehen wir uns außer Standen, auf die Ausschreibung für den Festhallenbetrieb ein Angebot abzugeben", heißt es im Brief der Dorfener Wirte.

Patrick Schmidt sagt, die derzeitigen Unsicherheiten seien für ihn "kein Argument" gewesen: "Das ist das aktuelle Risiko in der Gastronomie." Schmidt betreibt seit fünf Jahren in Landshut das Gasthaus "Zollhaus" und ist seit 2018 als Festwirt auf der Landshuter Dult vertreten. Seine Ausbildung zum Koch hat er im Landkreis Erding im Gasthaus "Zur Linde" in Hohenpolding absolviert. Danach eröffnete er in Taufkirchen das Restaurant "Kulinaria". Auf dem Taufkirchener Volksfest betrieb er drei Jahre lang den Weinstadl.

© SZ vom 25.09.2020

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