WirtschaftEine Unternehmerin made in Bavaria

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Die Erdinger Unternehmerin Heidi Huber-Kamm ist mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet worden.
Die Erdinger Unternehmerin Heidi Huber-Kamm ist mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet worden. privat
  • Die Erdinger Unternehmerin Heidi Huber-Kamm erhält den Bayerischen Verdienstorden für ihren Einsatz für Frauen in technischen Berufen.
  • Der Familienbetrieb Huber Technik wird in dritter und vierter Generation von Frauen geleitet, ihre Töchter sind in der Geschäftsleitung tätig.
  • Die Firma feierte 2025 ihr 100-jähriges Bestehen und produziert Fördersysteme ausschließlich in Erding für den weltweiten Vertrieb.
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Die Erdinger Firmeninhaberin Heidi Huber-Kamm ist wegen ihres Einsatzes für Frauen in technischen Berufen mit dem bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet worden.

Von Regina Bluhme, Erding

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Den Brief aus der Staatskanzlei an ihre Privatadresse ließ Heidi Huber-Kamm erst mal liegen. Sie dachte, es sei wohl etwas Geschäftliches, und nahm den Umschlag mit in die Firma. Als sie dort das Schreiben las, konnte sie es kaum glauben: „Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Ich hab’ mich so gefreut“, sagt die 65-jährige Erdinger Geschäftsfrau. Ihr wurde mitgeteilt, dass sie den Bayerischen Verdienstorden erhält.

Heidi Huber-Kamm sei „ein Paradebeispiel für eine bayerische Familienunternehmerin“, erklärte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vor wenigen Tagen bei der Verleihung in der Münchener Residenz. Söder lobte ihren „unternehmerischen Weitblick und die nachhaltigen Investitionen“. Die Produkte der Firma Huber Technik setzten als „Made in Bavaria“ weltweit Maßstäbe. Zugleich habe die Erdinger Unternehmerin gezielt die Rolle von Frauen in technischen Berufen und Führungspositionen gestärkt. Kurz: Heidi Huber-Kamm sei „ein eindrucksvolles Vorbild für viele Frauen in der Wirtschaft und für das Unternehmertum im Freistaat Bayern“.

Von der Verleihung in der Münchener Residenz schwärmt Heidi Huber-Kamm noch immer. „Ich fand die Stimmung so toll, familiär, jeder hat jeden beglückwünscht.“ Am meisten hätten sie die Geehrten beeindruckt, die aufgrund ihres sozialen Engagements den Orden erhalten haben. „Da war der Applaus im Saal auch besonders lang.“ Sie sehe die Auszeichnung als gemeinsames Verdienst an, der Orden gehöre auch ihren Töchtern, ihrem Mann Paul und den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.

Im Unternehmen haben auch die Töchter bereits Führungspositionen.

Der Familienbetrieb aus Erding wird in dritter und vierter Generation von Frauen geleitet. Geschäftsführerin Heidi Huber-Kamm ist erleichtert und auch stolz, dass die Töchter Veronika und Johanna sich für die Firma entschieden haben. Beide sind mittlerweile in der Geschäftsleitung tätig und kümmern sich erfolgreich um Produktion und weltweiten Vertrieb. Erst kürzlich wurden die Schwestern mit dem Sonderpreis des Bayerischen Mittelstandspreises, dem sogenannten Bavarian Future Award, ausgezeichnet. „Die beiden machen das wirklich ziemlich gut. Ein Glücksfall.“

Johanna Kamm ist studierte Juristin und ehrenamtliche Richterin am Arbeitsgericht München sowie Handelsrichterin am Landgericht Landshut. Schwester Veronika, die Betriebswirtschaftslehre studiert hat, ist erst vor wenigen Wochen zur Vorsitzenden des IHK Regionalausschusses Erding-Freising gewählt worden. Der Sohn hat sich für einen anderen Berufsweg entschieden. Druck, in den Familienbetrieb einzusteigen, habe es nicht gegeben, sagt Heidi Huber-Kamm. „Einmal habe ich gesagt, dass es mich aber schon sehr freuen würde“, sagt sie und lacht.

Heidi Huber-Kamm vor der Firmenhalle mit ihrem Fiat 500.
Heidi Huber-Kamm vor der Firmenhalle mit ihrem Fiat 500. Renate Schmidt
Heidi Huber-Kamm bei der Verleihung des Bayerischen Verdienstordens mit Ministerpräsident Markus Söder.
Heidi Huber-Kamm bei der Verleihung des Bayerischen Verdienstordens mit Ministerpräsident Markus Söder. Joerg Koch/ Bayerische Staatskanzlei

2025 hat die Firma 100-jähriges Bestehen gefeiert. 1925 hatte der Erdinger Taxiunternehmer Anton Huber zusammen mit seiner Frau Therese einen Reifenhandel mit Reparaturwerkstatt eröffnet. Später führte Therese Huber mit Sohn Anton den Betrieb weiter. 1986 zog „Reifen-Huber“ an den heutigen Standort Robert-Bosch-Straße um und konzentrierte sich fortan auf Fördersysteme und technische Gummi-Erzeugnisse. „Wir produzieren bis heute ausschließlich in Erding“, betont Heidi Huber-Kamm. Verkauft werden die Förderbänder und Mattenbeläge der Firma Huber in alle Welt.

Ihr Motto: „Man darf nicht nur jammern, man muss sich auch einbringen.“

Heidi Huber-Kamm hat sich stets auch ehrenamtlich engagiert, etwa im Beirat der AOK, im Verwaltungsrat der Sparkasse Erding-Dorfen, im Jobcenter Aruso und als Präsidiumsmitglied und stellvertretende Vorsitzende im Verband Metall München. „Man darf nicht nur jammern, man muss sich auch einbringen“, sagt die studierte Wirtschaftsingenieurin. Einst sei sie eine von wenigen Frauen in der Branche gewesen. Und auch heute noch sind es wenige Frauen, die eine Firma wie Technik Huber führen.

„Man muss eine Nische haben mit Produkten, denen die Billigproduzenten aus dem Ausland nicht das Wasser reichen können“, sagt Heidi Huber-Kamm. Die Sonderlösungen für Fördersysteme werden individuell nach Kundenwünschen in Erding geplant, produziert und verpackt. Jetzt, da sie die Firma in guten Händen wisse, hoffe sie, mit ihrem Mann noch oft nach Südtirol reisen zu können. Ein weiteres Hobby ist ihr Fiat 500 Baujahr 1971, mit dem sie gerne mal zum Termin in die Firma fährt.

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