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Umweltausschuss Erding:Grün gewinnt

Straßenlaternen, Verkehrsoptimierung oder Wärmedämmung: Der Umweltausschuss bringt ein Klimaschutzkonzept für die Stadt Erding auf den Weg.

Der erste kleine Schritt ist getan: Der Planungs- und Umweltausschuss der Stadt Erding hat in seiner Sitzung am Dienstagabend einstimmig beschlossen, die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes für die Stadt Erding in Auftrag zu geben. Die Grünen hatten den Antrag eingebracht, unter den Mitgliedern des Ausschusses bestand aber ein partei- und gruppierungsübergreifender Konsens, dass ein solches Konzept sinnvoll, ja notwendig sei. "Wir begrüßen diese Maßnahme sehr", sagte Jakob Mittermeier (CSU), und Bürgermeister Max Gotz (CSU) erklärte: "Ich möchte möglichst schnell den Antrag für die Förderstelle im Kuvert haben."

Unter anderem da liegt die Krux des Vorhabens, ein Gesamtkonzept für die Stadt Erding zu erstellen, mit dem im Idealfall das CO2-Aufkommen verringert, Energie gespart und vor allem die Energieversorgung auf eine nachhaltige und regenerative umgestellt werden kann: bei der Finanzierung.

Die Gesamtkosten für ein Klimaschutzkonzept liegen bei etwa 80.000 Euro, im Haushalt der Stadt Erding sind bereits 50.000 Euro eingeplant. Vor mehr als einem Jahr lag ein ähnlicher Antrag schon einmal auf dem Tisch der Stadträte - damals noch in Form eines Energienutzungsplanes, der ein paar Punkte weniger beinhaltet hätte als ein Klimaschutzkonzept. Nun haben die Grünen das Thema wieder zur Sprache gebracht, weil seit dem 1. Januar neue Fördergelder des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) zur Verfügung stehen. Bis zu 65 Prozent der Gesamtkosten von Klimaschutzprojekten würde das BMU übernehmen. Das wäre eine deutliche finanzielle Entlastung, allerdings muss der Antrag auf Förderung bis zum 31. März beim Ministerium eingegangen sein. Der maximale Förderzeitraum beträgt in der Regel ein Jahr. "Termintreue", betonte Stadtbaumeister Sebastian Henrich, "ist hier also ein wichtiger Bestandteil der Arbeit."

Konkret geht es bei dieser Arbeit darum, für alle Felder, die eine Kommune betreffen, Verbesserungen zu finden. Das reicht von energiesparenden Straßenlaternen über eine Verkehrsoptimierung, um Staus zu verhindern, bis hin zur Wärmedämmung von öffentlichen Gebäuden wie Schulen. Was konkret getan werden muss und in welcher zeitlichen Abfolge, wird die Zukunft zeigen - und das Klimaschutzkonzept.

Das wird aller Wahrscheinlichkeit nach das Büro des Münchner Professors Gerhard Hausladen erstellen, das auch schon vor einem Jahr den Entwurf eines Energienutzungsplanes für Erding erstellt hatte. Unter anderem über dessen recht langen Anfahrtsweg wollten einige Ausschuss-Mitglieder gleich debattieren, Gotz bremste den ausufernden Arbeitseifer aber: "Wie die Details aussehen und in welchem Spielraum das alles für uns machbar ist, müssen wir noch sehen. Erst einmal müssen wir diesen klitzekleinen Schritt machen."

Gemeint war die Abstimmung, die am Ende fast nur schmückendes Beiwerk war, so viel Einigkeit herrschte im Erdinger Rathaus. Dass das allerdings nicht automatisch auch Begeisterung für das Thema außerhalb dieser Wände bedeutet, war allen Stadträten bewusst. "Funktionieren wird so ein Konzept nur dann, wenn alle Bürger mitziehen", mahnte Stadtbaumeister Sebastian Henrich. "So ein Konzept kann man einer Stadt nicht einfach drüberstülpen."

Der nächste Schritt ist also eine intensive Öffentlichkeitsarbeit - und noch viele weitere werden folgen müssen.