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Umsetzung bis spätestens 2030:Zehn Spuren, zwei Stockwerke

Am Autobahnkreuz München Ost ist ein massiver Ausbau geplant. Und davon ist auch die A 94 betroffen

Das Ostkreuz, die Verbindung zwischen den Autobahnen 94 und 99, wird zur Großbaustelle. Groß wird auch, was dort entstehen soll. Die A 94 wird teilweise auf zehn Spuren ausgeweitet, das Kreuz München-Ost selbst soll mindestens zweistöckig werden. Vorgestellt wurden diese Pläne in einem sehr frühen Planungsstadium im Vaterstettener Gemeinderat. Jochen Eid von der Autobahndirektion Südbayern zeigte, wie man sich in seiner Behörde die Zukunft des Knotenpunktes vorstellt.

Der Knotenpunkt soll leistungsfähiger werden. Denn die A 99 wird zwischen Haar und Kirchheim, wo auch das Autobahnkreuz 94 liegt, auf acht Spuren erweitert. Darum muss auch die Autobahn 94 wachsen - und wegen des stetig steigenden Verkehrsaufkommens, wie Eid erklärte. Diese Entwicklung werde sich in den kommenden Jahren wohl noch verstärken, erwartet man bei der Autobahndirektion. "Wenn es den Kommunen gelingt, ihre Wohnungsprobleme zu lösen", dürfte das die Probleme auf den Straßen verschärfen: "Die Leute wollen ja dann auch irgendwohin fahren.

Um diesen Andrang zu bewältigen, muss das Ostkreuz neu strukturiert werden. Derzeit hat es noch die klassische Kleeblatt-Form, die früher bei Autobahnkreuzungen üblich war. Sie scheint den aktuellen und künftigen Verkehrsströmen allerdings nicht mehr gewachsen. Einfach vergrößern lassen sich die Abzweigungen nicht, weshalb im westlichen Teil des Autobahnkreuzes sogenannte Overflys eingebaut werden sollen. So würde, wer künftig auf der A 99 nach Süden Richtung Salzburg fährt und am Autobahnkreuz Richtung Osten auf die A 94 abbiegen will, dies über eine weitläufige Umfahrung rund um das Autobahnkreuz tun. Dieses überquert die regulären Fahrspuren - daher der Name Overfly - sowohl der A 94 im Westen wie der A 99 im Süden und mündet dann im Osten auf die A 94 ein.

Ein weiterer Overfly soll die umgekehrte Richtung bedienen, also den Verkehr aus dem Osten nach Norden umleiten. Damit die Overflys funktionieren, müssen sie zweispurig gebaut werden, was bedeutet, dass die Autobahn 94 auf einer längeren Strecke zehnspurig werden muss. Auch für die Straße westlich der Autobahn hätte der Umbau Folgen. Wie Eid erklärte, ist geplant, die Straße aus dem Ostkreuz zu "entflechten". Konkret soll sie nach der Unterführung unter der A 99 in einem weiten Bogen nach Westen und Norden geführt werden und etwa auf Höhe des Feldkirchener Gewerbegebietes Süd auf die M 1 münden. Der Vorteil sei, dass die Autos von und zur Autobahn nicht mehr durch Feldkirchen fahren müssten. Auch das Linksabbiegen an der Kreuzung Hohenlindener Straße zur M 1 würde für Autofahrer Richtung München entfallen. Wann der Umbau des Ostkreuzes beginnen kann, steht nicht fest. Laut Eid werde die Autobahndirektion im kommenden Jahr mit der Planung beginnen. "In den nächsten fünf Jahren geht es sicher noch nicht los." Denn zunächst müsse das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen werden, auch der Erwerb von Grundstücken könnte nötig werden. Wie groß der Platzbedarf sei, könne man ohne genaue Planungen noch nicht sagen, auch zu den Kosten gebe es keine Schätzungen.

Sicher ist, dass der Ausbau kommt: Das Ostkreuz steht im aktuellen Bundesverkehrswegeplan im vordringlichen Bedarf, damit ist eine Umsetzung bis 2030 vorgesehen. Damit verbunden ist auch der Austausch sämtlicher Brücken und Unterführungen am Ostkreuz. Ebenfalls ausgebaut wird der Lärmschutz - sowohl wegen der neuen Höhenentwicklung der Autobahn, aber auch weil dann neue Emissions-Grenzwerte gelten.