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Theaterstück "UnHappyEnd":Rosenkrieg in zwei Akten

In Teresa Sperlings (links) und Stefan Voglhubers Komödie "UnHappyEnd" verbringt ein fast geschiedenes Ehepaar eine letzte Nacht miteinander.

(Foto: Privat)

Zum dritten Mal bringen Stefan Voglhuber und Teresa Sperling eine Zwei-Personen-Komödie in Oberbierbach auf die Bühne - bayerisch, humorvoll und selbstgeschrieben

FraunbergEin Ehepaar kurz vor der Scheidung. Das Trennungsjahr ist fast vorbei, doch in ihrem Ehevertrag ist festgelegt, dass sich die Zwei noch einmal treffen müssen, bevor endgültig alles aus ist. Deshalb verbringen sie also noch eine gemeinsame Nacht auf einer Almhütte - und können sich gegenseitig noch einmal alles an den Kopf werfen, was sie aneinander gestört hat. Am 13. Februar feiert die bayerische Theaterkomödie "UnHappyEnd" im Gasthaus Strasser in Oberbierbach Premiere, ein Zwei-Personen-Stück, geschrieben und aufgeführt vom Schauspielerpaar Stefan Voglhuber und Teresa Sperling.

Ursprünglich hat Stefan Voglhuber eigentlich eine Lehre zum Bankkaufmann gemacht, jetzt ist er Schauspieler mit Leib und Seele. Zwölf Jahre lang hat er in der VR-Bank Taufkirchen Dorfen gearbeitet, war aber auch dort schon eher für die kreativen Aufgaben zuständig. "Das Erstellen von Präsentationen und das Gestalten der Homepage haben mir mehr Spaß gemacht. Der klassische Bankkaufmann war ich nie", sagt er. Durch Zufall sei er dann an einen Schnupperkurs einer Schauspielschule gekommen. Mit seinem Job als Bankangestellter war es dann "relativ schnell vorbei". 2011 begann er eine dreijährige Schauspielausbildung. Während er sich anfangs noch mit anderen Jobs finanziert habe - er war zum Beispiel Schankkellner beim Erdinger Weißbräu -, lebe er seit drei bis vier Jahren nur noch von der Schauspielerei. Auch seine Partnerin Teresa Sperling ist leidenschaftliche Schauspielerin. Die studierte Theaterwissenschaftlerin und Germanistin hat schon neben ihrem Studium bei Theatern oder Musicals mitgewirkt, im vergangenen Jahr hat sie ihre Schauspielausbildung abgeschlossen.

Voglhuber spielt von Theaterstücken in bayerischer Mundart über Shakespeare-Dramen und Jugendtheater bis hin zu Werbefilmen und Filmszenen alles mögliche. Was sie am liebsten spielen, können die beiden nur schwer sagen. "Das hat alles Vor- und Nachteile", sagt Sperling. "Alles hat seinen Reiz", sagt Voglhuber. Während bei Klassikern wie einem Shakespeare-Stück die Sprache die Herausforderung sei, sei bei Kinderstücken das Publikum das Besondere. Sehr gern mag er auch den eigenen Dialekt: "Auf Bairisch spiele ich am liebsten." Gleichwohl beherrscht er auch das "saubere Bühnenhochdeutsch", das er auf der Schauspielschule gelernt hat.

2013 haben sich Vogelhuber und Sperling auf einer Bühne kennengelernt. Mittlerweile sind sie seit fünf Jahren ein Paar. Der Erdinger und die gebürtige Deggendorferin haben schon öfter in den gleichen Stücken mitgespielt. 2017 haben sie begonnen, auch eigene Projekte auf die Beine zu stellen. Angefangen mit einer bayerischen Version von Bonnie und Clyde haben sie im vergangenen Jahr ihr erstes selbstgeschriebenes Stück "Wohnen im Glück" aufgeführt. An ihrer neuen Komödie "UnHappyEnd" haben sie zusammen etwa zwei Monate lang gearbeitet. "Hin und wieder schreibt man gleich mehrere Seiten an einem Tag", sagt Voglhuber, "dann wieder ein paar Tage gar nichts." Die Proben finden am Anfang immer erst einmal im eigenen Wohnzimmer statt, bis die Bühne in Oberbierbach aufgebaut werden kann, erzählt Sperling.

Ihre humorvollen Stücke kommen sehr gut an: Bei ihrer ersten Inszenierung vor zwei Jahren planten die zwei Schauspieler eigentlich nur zwei Aufführungen, spielten letztendlich aber doch vier. 2018 hatten sie fünf Vorstellungen, dieses Jahr sind es schon zehn - und die sind bereits fast alle ausverkauft.

UnHappyEnd , Stefan Voglhuber und Teresa Sperling, im Gasthaus Strasser Oberbierbach; Karten gibt es nur noch für die Vorstellungen am 20. und 21. März, jeweils 20 Uhr, Tel. 08084/1207.