bedeckt München

Taufkirchen:Ziel erreicht

Gemeindewerke Taufkirchen schreiben schwarze Zahlen

Die Gemeindewerke Taufkirchen sind 2010 gegründet worden und eine der Zielsetzungen war, innerhalb von zehn Jahren schwarze Zahlen zu schreiben. Das ist gelungen: Geschäftsführer Christopher Ruthner stellte in der vergangenen Gemeinderatssitzung den Bericht für das Geschäftsjahr 2019 vor. Darin enthalten ist erstmals ein Jahresüberschuss in Höhe von 177 308 Euro. Im Jahr davor schrieb man noch Verluste in Höhe von 15 874 Euro. Das Wachstum ist insbesondere auf den Strom- und Gasvertrieb zurückzuführen. Beim Fernwärmenetz findet derzeit nur eine Verdichtung an der bestehenden Strecke statt. "Ich bin hochzufrieden mit dem Ergebnis", sagte Ruthner. "Das Ziel war, in diesem Jahrzehnt in den schwarzen Zahlen zu sein. Insgesamt sind wir nicht mehr auf weitere Kapitalzuführungen angewiesen. Unser Geschäftsmodell ist nicht allzu stark von Corona betroffen, ich denke, wir werden daher sehr gut durch die Krise kommen."

Die Gemeindewerke Taufkirchen sind eine GmbH und Co KG, an der die Gemeinde 51 Prozent hält und die Stadtwerke Erding mit 49 Prozent beteiligt sind. Der Aufsichtsrat ist paritätisch aufgeteilt. Angefangen hatte das Projekt mit einem Energienutzungsplan, weil man auch die Abwärme der Taufkirchener Biogasanlagen sinnvoll nutzen wollte. Daraus entstand ein Wärmekonzept, auf dem eine gemeinsame Wärmeversorgung aufgebaut wurde. Dann kam der Stromvertrieb hinzu und vor vier Jahren auch der Gasvertrieb. Die Gesellschaft beschäftigt kein eigenes Personal. Die kaufmännische und technische Betriebsführung obliegt der Stadtwerke Erding GmbH. Präsent sind die Gemeindewerke in Taufkirchen mit einem Büro am Rathausplatz.

Die Umsatzerlöse sind von 2,9 Millionen Euro im Jahr 2018 auf 3,5 Millionen Euro im Jahr 2019 gestiegen. Die Stromabgabe stieg im gleichen Zeitraum von 11,1 auf 12,8 Millionen Kilowattstunden. Beim Erdgas war es ein Anstieg von 2,3 auf 2,6 Millionen Kilowattstunden. Bei der Fernwärme ging es von 6 auf 7,1 Millionen Kilowattstunden nach oben. Ruthner sagte, momentan bestünden keine Pläne, Neubausiedlungen an das Fernwärmenetz anzuschließen. Moderne Einfamilienhäuser seien sehr gut gedämmt und würden deshalb nur sehr wenig Energie verbrauchen. Es sei daher unwirtschaftlich, weil die Heißwasserleitungen der Fernwärme sehr viel teurer zu verlegen seien als eine Gas- oder Stromleitung. Dazu müsste man schon einen großen Abnehmer wie das Waldbad haben, das ja bereits angeschlossen ist.

© SZ vom 12.11.2020 / tdr
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema