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Taufkirchen:Planungsstart für Lehrschwimmbecken

Taufkirchen erteilt Auftrag für kleines Hallenbad auf dem Waldbadgelände. Baubeginn könnte bereits 2021 sein

Der Planungsauftrag für das neue Lehrschwimmbecken, das als Hallenbad auf dem Waldbadgelände errichtet werden soll, ist erteilt. Architekt Hagen Pohl und Ingenieur Dirk Hartisch, der für den technischen Bereich zuständig ist, waren am Montag in Taufkirchen, um mit Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU) das Projekt zu besprechen. Die Planung soll noch in diesem Jahr entscheidungsreif werden, Baubeginn wäre dann 2021.

Schwimmen ist keine kindliche Kernkompetenz mehr wie beispielsweise Radfahren. "Mehr als die Hälfte der Zehnjährigen kann nicht mehr sicher schwimmen", sagte Waldbadreferent Alois Maier (WGW) beim Pressegespräch. Daher habe es Überlegungen gegeben, ergänzte Bürgermeister Hofstetter, über die Sommerkapazitäten des Waldbads hinaus ein Lehrschwimmbecken zu bauen. Viele Bürger würden das Projekt befürworten und auch der Gemeinderat sei dafür aufgeschlossen. Bis Weihnachten vergangenen Jahres lief ein Architektenwettbewerb, nun sollen sich Pohl und Hartisch ans Werk machen.

Zwei Voraussetzungen, von denen man bisher ausgegangen ist, wurden dabei gestrichen: Das Hallenbad soll nicht zwangsläufig nur im Winter betrieben werden. Es kann auch bei schlechtem Wetter im Sommer geöffnet werden. Das bedeutet dann auch, dass es nicht oberhalb der unterirdischen Technikräume gebaut werden muss, wie bislang vorgesehen. Denn bei einer Nutzung über den Winter hinaus ist ohnehin eine zweite technische Einheit erforderlich. Die zusätzlichen Kosten dafür seien jedoch marginal, sagte Ingenieur Hartisch. Planerisch hat das den Vorteil, dass man innerhalb des weitläufigen Waldbadgeländes nicht an einen Standort gebunden ist. "Wir können ergebnisoffen planen", sagte Architekt Pohl. Insbesondere könne man dann auch Aspekte wie Zufahrtswege und dergleichen freier planen.

Pohl hat ein Architektur- und Ingenieurbüro im Ötztal und befasst sich nach eigenen Angaben seit Jahrzehnten mit dem Schwerpunkt öffentliche Bäder. Und das "überall dort, wo man deutsch spricht und einen Tiroler versteht". Hartwig befasst sich mit technischer Gebäudeausrüstung, spezialisiert auf Hallenbäder. Sein Büro hat einen Sitz am Ammersee und den Hauptsitz in Gotha. Zu den Projekten, mit denen er sich in jüngster Zeit befasst habe, zählten das Olympia-Hallenbad in München und das neue Fresh in Freising.

"Unser Fokus liegt im Schulschwimmsport und bei den Kinderschwimmkursen", sagte Waldbad-Betriebsleiter Ralph Alscher. Aber man liege in einem "Loch, wo nichts vorhanden ist": Erding und Landshut hätten bereits Lehrschwimmbäder gebaut, in Haag entstehe gerade ein neues, und überall seien die Belegungszeiten ausgebucht. Waldbadreferentin Nicole Schmittner sagte: "Die Schulen stehen hinter uns und wären auch bereit, Lehrkräfte auszubilden. Das ist eine super Basis."

Hofstetter sagte, er könne sich einen Belegungsplan vorstellen, bei dem zuerst die Frühschwimmer kämen, dann die Schulen, anschließend die Schwimmschulen und abends von 17 bis 21 Uhr der öffentliche Betrieb. Das Schwimmbecken soll die Maße 12,5 mal 25 Meter haben und über fünf Bahnen verfügen. Die schulaufsichtliche Genehmigung ist bereits erteilt, das ist die Vorstufe zum Förderbescheid. Die prozentuale Förderung beträgt etwa 50 Prozent und ist abhängig von der Wirtschaftsleistung der Gemeinde.

© SZ vom 11.02.2020
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