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Taufkirchen:Haberl setzt sich durch

Hier geht die Ära Hofstetter zu Ende

In Taufkirchen ging bei den Kommunalwahlen im März 2020 eine Ära zu Ende. Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU) trat nach 24 Jahren Amtszeit aus Altersgründen nicht mehr an. Überraschend kandidierte nicht sein Stellvertreter und CSU-Ortsverbandsvorsitzende Christoph Puschmann für das Amt, weil er für seine Zahnarztpraxis keinen Nachfolger finden konnte. Stattdessen ging für die CSU der relativ junge Gemeinderat Stefan Haberl ins Rennen. Diese Konstellation ermunterte drei weitere Gegenkandidaten: Manfred Slawny (SPD), warf seinen Hut in den Ring, ebenso Korbinian Empl (FW). Sogar Martin Huber, der vor 24 Jahren für die Republikaner schon einmal gegen Hofstetter angetreten war, ließ sich nun für die AfD erneut als Bürgermeisterkandidat nominieren.

Taufkirchen ist mit dem zweitgrößten Ortsverband im Landkreis eine Hochburg der CSU. Aber der Wahlkampf war dennoch keine "gmahde Wiesn" für den Spitzenkandidaten Haberl. Er war erst 2014 in den Gemeinderat eingezogen, war Volksfestreferent und stellvertretender Wirtschaftsreferent. Als gelernter Bankkaufmann war er damals Kämmerer in der Gemeinde Fraunberg und hatte daher insbesondere ein Händchen für Gemeindefinanzen. Hinzu kam, dass er als Musiker, Trompeter der Kapelle Ledawix, es gewohnt war, vor vielen Menschen aufzutreten.

Aber auch Manfred Slawny machte sich berechtigte Hoffnung, die Wahl in Taufkirchen gewinnen zu können. Er war damals seit 15 Jahren Gemeinderat, seit zwölf Jahren im Kreistag und seit 1996 SPD-Ortsvereinsvorsitzender. Bei der Kommunalwahl 2014 erhielt er mehr als 2000 Stimmen, damit war er nach Christoph Puschmann von der CSU derjenige Gemeinderat, der die zweitmeisten Stimmen geholt hatte.

Auch Korbinian Empl rechnete sich Chancen aus. Der Landwirt aus dem Ortsteil Emling war seit der Planung der Taufkirchener Ortsumfahrung die Stimme der unzufriedenen Anlieger, bei denen die Trasse sozusagen vor der Haustür verlaufen würde. Insbesondere in den Außenbereichen konnte er damit punkten.

Und dann gab es auch noch Martin Huber, der es als Republikaner bereits 1996 geschafft hatte, Franz Hofstetter in eine Stichwahl zu zwingen. Für die AfD glaubte er, es in einem zweiten Anlauf schaffen zu können.

Bei vier Kandidaten war eine Stichwahl unvermeidlich. Sie wurde entschieden zwischen Haberl, der im ersten Durchgang 4111 Stimmen erhielt und Slawny, der 4015 Stimmen erzielte. Im zweiten Durchgang setzte sich Haberl schließlich durch. Der Achtungserfolg Slawnys wurde anschließend honoriert, indem er im neuen Gemeinderat zum zweiten stellvertretenden Bürgermeister gewählt wurde.

© SZ vom 29.12.2020 / tdr
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