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Taufkirchen:Digitaler Ersatz

Mit Informationen, die üblicherweise in den Bürgerversammlungen erläutert werden, wendet sich Bürgermeister Stefan Haberl nun mit einem Video aus dem Rathaus an die Bürger. Es ist ab heute freigeschaltet. Archiv: Renate Schmidt

Bürgermeister Stefan Haberl muss auf Bürgerversammlungen verzichten und wendet sich nun per Youtube an die Vilsgemeinde

Von Thomas Daller, Taufkirchen

Es war kein Start nach Wunsch für den neuen Taufkirchener Bürgermeister Stefan Haberl, der nach den Kommunalwahlen im März sein Amt angetreten hat: Corona hat auch ihn gezwungen, seine Aufgaben zu zügeln. Aber Not macht bekanntlich auch erfinderisch. Weil die Bürgerversammlungen heuer nicht stattfinden konnten, hat Haberl nun von Rathausmitarbeiterin Carolin Stanglmayr, ausgebildet im Studienfach Medien und Kommunikation, ein Video drehen lassen, in dem er die aktuellen Zahlen und Fakten den Bürgern erläutert. Es wird ab heute, 18. Dezember, unter https://www.youtube.com/watch?v=Y9vl1-mczOk veröffentlicht.

Taufkirchen hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Gemeinde mit starkem Zuzug entwickelt. Derzeit leben 10 574 Bürger in der Vilsgemeinde, der Ausländeranteil liege bei 15 Prozent. "Ich freue mich, dass das Zusammenleben gut klappt", sagt Haberl, "und Neubürger immer herzlich aufgenommen werden." 80 Geburten verzeichnete das Standesamt bislang in 2020 sowie 92 Verstorbene. Trotz Corona habe es heuer 62 Eheschließungen gegeben, im Vorjahr waren es 72. Die Zahl der Arbeitsplätze entwickelt sich kontinuierlich nach oben. Zum Stichtag am 30. Juni 2019 lag sie bei 3502. Im Jahr davor waren es 3441 und vor zehn Jahren lag sie noch bei 2668.

Zu den großen Investitionen zählt heuer der Beginn des Mittelschulneubaus

Den Haushalt 2020 bezifferte Haberl auf 35,6 Millionen Euro, davon 20 Millionen im Verwaltungshaushalt und 15,6 Millionen Euro an Investitionen. Zu den großen Investitionen zählen heuer der Beginn des Mittelschulneubaus sowie die Erweiterung des Kindergartens Moosen. Wegen Corona fallen die Gewerbesteuereinnahmen geringer aus als geplant. Der Ansatz belief sich auf 2,6 Millionen Euro, Haberl geht nun von zwei Millionen aus. "Bund und Länder haben aber bereits zugesagt, das Defizit auszugleichen", sagt er in seinem Video. Auch der Einkommenssteueranteil wird der aktuellen Schätzung nach um rund 300 000 Euro niedriger ausfallen, der ursprüngliche Haushaltsansatz lag bei 6,15 Millionen Euro. "Die Prognose des Statistischen Bundesamtes schätzt die Einnahmen des nächsten Jahres wieder auf über sechs Millionen", betont er. Für die diesjährigen Investitionen habe man Darlehen in Höhe von vier Millionen Euro aufgenommen. Abzüglich der Tilgungen erhöhe sich der Schuldenstand von 6,6 auf 10,1 Millionen Euro.

Insgesamt hat die Gemeinde derzeit 109 Beschäftigte. Der größte Teil im Rathaus mit 38 Mitarbeitern. Auf Platz zwei sind die Kindergärten mit 16 Beschäftigten und der Bauhof mit 14 Arbeitern. In den sieben Taufkirchener Kinderbetreuungseinrichtungen sind 89 Krippenkinder, 306 Kindergartenkinder und 51 Hortkinder untergebracht. Im Kindergarten an der Fichtenstraße gebe es seit September eine neue Waldgruppe. Da die Waldgruppe auch einen zusätzlichen Raum benötige, wird dieser Kindergarten um ein Stockwerk erweitert. Im gleichen Zug entstehen auch eine Mensa und ein Personalraum für die Mitarbeiterinnen. Auch der Kindergarten Moosen wird ausgebaut. Dadurch kann eine zusätzliche Gruppe betreut werden und die Krippenkinder können aus den Kellerräumen ausziehen. Um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden, ist am Kindergarten Pauli Bekehrung ein Anbau für zwei Gruppen geplant. Mit der Umsetzung soll voraussichtlich nächstes Jahr begonnen werden.

Der Abriss der Mittelschule läuft bereits seit Monaten und die Arbeiten können voraussichtlich im März beendet werden. Anschließend erfolgt der Neubau, der im August 2023 fertig werden soll. Für die digitale Ausstattung der Taufkirchener Schulen wurden drei Fördertöpfe ausgeschöpft: Digitalpakt, digitales Klassenzimmer und Sonderbudget Leihgeräte. Mit dem Geld konnten 92 Notebooks, 22 IPads und 13 PCs angeschafft werden.

© SZ vom 18.12.2020
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