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Taufkirchen:Bürgermedaillen für das Lebenswerk

Die Kommune zeichnet Karl Liebl und Alois Sinseder aus. Beide waren langjährige Gemeinderäte. Sinseder gilt zudem als Urgestein der Feuerwehr, Liebl als inoffizieller "Bürgermeister von Moosen"

Von Thomas Daller, Taufkirchen

Karl Liebl und Alois Sinseder haben die Taufkirchener Bürgermedaille erhalten. Dabei handelt es sich um eine hochrangige kommunale Auszeichnung. Sie wurde 1998 beschlossen, seither wurde sie nur vier Mal verliehen. Liebl hat sich insbesondere um seinen Heimatort Moosen verdient gemacht, Sinseder gilt als Urgestein der Taufkirchener Feuerwehr. Beide waren viele Jahre Mitglieder des Taufkirchener Gemeinderats und engagierten sich in zahlreichen Bereichen.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier von der Familie Ernst.

(Foto: Renate Schmidt)

Es war ein Nachholtermin wegen Corona, der kürzlich im Taufkirchener Bürgersaal stattfand. Denn eigentlich sollte die Auszeichnung bereits im Frühjahr erfolgen; beschlossen hatte sie noch der alte Gemeinderat unter Vorsitz von Bürgermeister Franz Hofstetter. Einstimmig, im Übrigen; auch das ein Zeichen für die hohe Wertschätzung, die Liebl und Sinseder genießen. Taufkirchens neuer Bürgermeister Stefan Haberl hatte nun die Ehre, die Medaillen zu verleihen, es war jedoch eine Selbstverständlichkeit, dass Hofstetter eine Laudatio halten durfte.

Altbürgermeister Franz Hofstetter, Karl Liebl und Bürgermeister Stefan Haberl.

(Foto: Renate Schmidt)

Sinseder war 18 Jahre im Gemeinderat. Er war von 1978 bis 1988 Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Taufkirchen Vils, von 1975 bis 1988 Kreisbrandmeister und von 1988 bis 1993 Kreisbrandinspektor. Von 1993 bis 1999 war er Kreisbrandrat

und er ist seit 2001 Ehrenkommandant der Freiwilligen Feuerwehr Taufkirchen. Sinseder war Gründungsmitglied und von 1995 bis 1999 Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Erding. Er war von 2002 bis 2006 Pfarrgemeinderat, von 1999 bis 2013 Heimfürsprecher des Senioren-Service-Zentrums Taufkirchen. Alois Sinseder war zwölf Jahre Schöffe am Amtsgericht Erding und am Landgericht Landshut. Er ist seit 2000 Schulweghelfer und seit 2008 Mitarbeiter der Tafel Taufkirchen. Sinseder hat zudem 1984 die Taufkirchener Schäffler gegründet, die 2018 den Kulturpreis des Landkreises erhielten.

Alois Sinseder mit der Urkunde.

(Foto: Renate Schmidt)

Karl Liebl war von 1986 bis 2014 Mitglied des Taufkirchener Gemeinderats. Von 1979 bis 1986 war er stellvertretender Vorsitzender und von 1986 bis 2004 Vorsitzender des SC Moosen, dem größten Moosener Verein. Liebl war von 2000 bis 2011 Vorstand der Teilnehmergemeinschaft Moosen, die nicht nur das Ortsbild, sondern auch die Lebensqualität in Moosen maßgeblich aufgewertet hat.

In seiner Laudatio sagte Altbürgermeister Franz Hofstetter, er kenne keinen Feuerwehrmann, der mit Leib und Seele für den Einsatz brenne, um Menschen zu helfen wie Alois Sinseder. Er habe in seiner aktiven Zeit die Taufkirchener Feuerwehr zu einer Blütezeit verholfen: "Die Faschingsauftritte waren legendär." Darüber hinaus habe sich Sinseder auch für den Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses mit Bürgersaal engagiert: "Er war mitentscheidend verantwortlich, dass wir heute Abend hier sein können."

Über Karl Liebl sagte Hofstetter, er habe den SC Moosen geprägt wie kein anderer. Das Sportgelände hätte es ohne Liebl in dieser Form nicht gegeben. Außerdem habe er mit dem SC Moosen den Zusammenhalt im Dorf maßgeblich gestärkt. Ferner sei er der Mann an der Spitze, der "Motor der Dorferneuerung" gewesen, er habe sich immer für Moosen engagiert und werde deshalb manchmal auch als "Bürgermeister von Moosen" bezeichnet.

Landrat Martin Bayerstorfer bezeichnete Liebl und Sinseder als "Vorbild für junge Menschen". Beide hätten sich ihr Leben lang für die Gemeinschaft eingesetzt. Dieses Lebenswerk sei noch lange nicht abgeschlossen, er hoffe, dass sie noch viele Jahre für die Allgemeinheit tätig sind. "Moosen ist ohne dich undenkbar", sagte er zu Liebl. "Der Kreisfeuerwehrverband geht auf Sinseders Initiative zurück", lobte er den neuen Bürgermedaillenträger. Zudem könne man ihre Arbeit im Gemeinderat nicht hoch genug schätzen.

© SZ vom 29.09.2020

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