Talentiade 2019 Wasser ist ihr Element

Immer unterwegs: An diesem Wochenende schwimmt Amelie Zachenhuber in Essen, um sich für ein Festival in Baku zu qualifizieren.

(Foto: Mirko Seifert/privat)

Die 14-jährige Schwimmerin Amelie Zachenhuber aus Reisen gehört zu den besten Nachwuchssportlern in Deutschland. Sie trainiert hart und hat sich als nächstes Ziel die Europameisterschaften vorgenommen. Und natürlich will sie einmal bei Olympia dabei sein.

Von Julia Kainz, Eitting

Ihr Element ist das Wasser, schon seitdem sie denken kann. "Ich bin quasi im Wasser aufgewachsen", sagt Amelie Zachenhuber. Die 14-Jährige aus Reisen ist Schwimmerin mit Leib und Seele - und als solche auch sehr erfolgreich: Sie gehört zu den besten Schwimmnachwuchstalenten deutschlandweit und nimmt heuer an der Talentiade der Süddeutschen Zeitung teil.

Amelie Zachenhuber ist in einer Sportlerfamilie aufgewachsen, ihre Eltern betreiben die Schwimmschule Babydelphinchen in Erding. Da ist es kein Wunder, dass sie ihre Leidenschaft im Schwimmen gefunden hat. Angefangen hat sie in Erding, doch da sei es "irgendwann nicht mehr weiter gegangen", sagt sie. Deshalb wechselte sie 2013 nach München zum Verein SC Prinz Eugen.

Die Reisnerin gehört zu den erfolgreichsten Nachwuchsschwimmern in ganz Deutschland. Sie ist im Nachwuchskader gelistet und hält einige Rekorde in ihrer Altersklasse, beispielsweise über 50 Meter Kraulen mit einer Zeit von 25,18 Sekunden. Ihr Mentor ist Turner und Olympiasieger Fabian Hambüchen. 2016 holte sich Zachenhuber den deutschen Meistertitel ihrer Altersklasse im Mehrkampf, 2017 und 2018 schwamm sie sich bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin jeweils fünfmal auf Platz eins.

Auch in der laufenden Saison war Zachenhuber bereits erfolgreich. Nachdem sie über Ostern für drei Wochen im Trainingslager in Südafrika war, räumte sie bei den süddeutschen Jahrgangsmeisterschaften in Freiburg gewaltig ab: Sie startete insgesamt 18 Mal, sechs Mal wurde sie süddeutsche Jahrgangsmeisterin und zwei Mal Vizemeisterin. Hinzu kamen zwei zweite Plätze in der offenen Wertung. Außerdem schwamm sie auf 100 Meter Schmetterling eine neue Bestzeit. "Das hat mich total gefreut", sagt die 14-Jährige. Die wichtigsten Wettkämpfe der Saison kommen aber erst noch: An diesem Wochenende finden die German Open in Essen statt. Dieser Wettkampf sei sehr wichtig, weil sie sich dort für das European Youth Olympic Festival in Baku qualifizieren kann, erklärt Zachenhuber. Daran teilzunehmen sei ein großes Ziel. Ende Mai stehen außerdem die alljährigen deutschen Jahrgangsmeisterschaften an. Da wolle sie wieder "viel reißen", so die Schwimmerin. "Ich werde auf jeden Fall alles geben", sagt sie, "aber die Konkurrenz ist natürlich auch stark."

Viel Erfolg ist mit viel Arbeit und Zeit verbunden. Das weiß auch Zachenhuber. Obwohl sie erst 14 Jahre alt ist, ist ihre Woche voller als die mancher Berufstätiger. Ungefähr zwölf Stunden am Tag ist sie unterwegs, sagt die Neuntklässlerin. Zu ihrem Schulalltag an einer Münchner Ganztagsschule kommt von Montag bis Freitag insgesamt sieben Mal Training dazu, zweimal auch am Vormittag. Dafür muss sie jedes Mal vom Unterricht befreit werden und sich selbst um das Nachlernen kümmern, sagt ihre Mutter Rosi Zachenhuber. "Das ist immer eine Gratwanderung". Von September an werde sich das jedoch ändern, weil Amelie auf eine Sportschule in Nürnberg wechseln wird, um Schule und Sport besser koordinieren zu können. Nach einer trainingsreichen Woche finden an den Wochenenden in der Saison dann meistens Wettkämpfe statt.

Viel Freizeit bleibt da nicht, ihre Freunde sieht die Schwimmerin hauptsächlich während der Schule oder beim Training. Freie Wochenenden hatte sie heuer bis jetzt nur etwa zwei- oder dreimal, sagt Zachenhuber. So ein voller Zeitplan kann auch mal ganz schön stressig werden. Hin und wieder habe sie auch keine Lust, schon wieder ins kalte Wasser zu springen, sagt die Schwimmerin. "Aber wenn ich dann drin bin, macht es jedes Mal Spaß."

Zachenhuber hat sich langfristig gesehen einiges vorgenommen. Dafür trainiert sie hart. Ihre Ziele setzt sie sich in kleinen Schritten, sagt sie. Die nächste Ebene seien die Europameisterschaften, dann die Weltmeisterschaften und irgendwann vielleicht auch Olympia. Jetzt konzentriere sie sich aber erst einmal auf die laufende Saison.