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Stadtwerke Dorfen lehnen Windkrafträder ab:Energie- und Geldverschwendung

Dorfens Stadtwerke-Geschäftsführer lehnt den Bau vieler kleiner Windkraftanlagen wegen fehlender Effizienz ab.

Totaler Blödsinn" wäre es nach Ansicht des Dorfener Stadtwerke-Geschäftsführers Karl Heinz Figl, wenn man in Dorfen den Bau vieler kleiner Windkraftanlagen ermöglichen würde. Sie seien so ineffizient wie die "primitiven Fotovoltaikanlagen", für die bundesweit bereits Milliarden Euro an Subventionen "verpulvert" worden seien. "Da sind Entwicklungen im Gange, die völlig krank sind", sagte Figl.

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Die Stadtwerke Dorfen lehnen den Bau von vielen kleinen Windkraftanlagen ab.

(Foto: dpa)

Der Dorfener Stadtrat hat im Flächennutzungsplan nur einen einzigen Standort für Windkraftanlagen zugelassen; es gibt allerdings eine Freigrenze für Anlagen mit einer Nabenhöhe bis zu zehn Metern. Weil aber ein Landwirt aus Oberlohe ein 15 Meter hohes Windrad bauen will, um energieautark zu werden, hat der Fall bereits den Bauausschuss beschäftigt, der ihn an den Klimabeirat weitergereicht hat. Dort war man sich im Klaren, dass man damit einen Präzedenzfall schaffen könnte und setzte sich mit der Frage auseinander, was das für Folgen haben würde. Figl, der im Grunde als Befürworter erneuerbarer Energien gilt, trat dabei jedoch als vehementer Gegner auf. Denn im Gegensatz zu Wasserkraft oder Biogasanlagen komme es nicht zu einer beständigen Einspeisung, sondern zu erheblichen Schwankungen, die die Stadtwerke vor Probleme stellen würden. Das sei bereits bei den 440 Fotovoltaikanlagen im Netzgebiet der Stadtwerke der Fall: Theoretisch könnte man das gesamte Versorgungsgebiet bereits mit dem Strom aus diesen Anlagen versorgen, praktisch entstünden jedoch einerseits "Berge, die wir ausspeisen müssen" und gerade im Winter, wenn der Strombedarf am höchsten sei, werde sehr wenig eingespeist. Solange die Energie nicht oder nur unter sehr hohen Kosten speicherbar sei, würde sich mit Windkraftanlagen wieder ein solcher Effekt einstellen. "10, 20 oder 30 Pilotdinger sind kein Problem", sagte Figl, aber man sollte den Bau dieser Anlagen "keinesfalls" im Gemeindegebiet freigeben. "Wenn 500 Windkraftanlagen ins Netz einspeisen, dann kann man das nicht mehr bedarfsgerecht steuern", pflichtete ihm Verwaltungsleiter Andreas Hartl bei. "Und wenn wir eine Ausnahme machen, dann gilt das für das ganze Gemeindegebiet. Das wird uferlos." Auch der stellvertretende Bürgermeister Martin Heilmeier, der die Sitzung leitete, war skeptisch, weil auch das Landschaftsbild verschandelt werde: Bereits Anlagen mit 30 Metern Nabenhöhe seien schon so hoch wie Kirchtürme, "und dann kommen auch noch die Flügel dazu". Beiratsmitglied Heiner Müller-Ermann regte an, stattdessen am einzigen zugelassenen Standort drei oder vier große Windräder zu errichten, die man als Bürgerkraftwerk betreiben könnte.

Umweltreferent Gerald Forstmaier hatte jedoch Zweifel, ob Bürger in dieses Kraftwerk investieren würden. Denn aus dem bundesweiten Windatlas gehe hervor, dass es im Raum Dorfen nur relativ geringe Windgeschwindigkeiten gebe. Und die Windgeschwindigkeit sei die ausschlaggebende Größe: Verdoppele sie sich, steige die erzielte Leistung um die dritte Potenz. Bei gleichen Kosten in einen entfernten Standort mit höheren Windstärken zu investieren, sei mit viel höheren Gewinnen verbunden, vor allem, weil sich Strom relativ verlustfrei transportieren lasse.