Rücktritt in Erding:Karin Bischke verlässt den Stadtrat

Lesezeit: 2 min

Rücktritt in Erding: SPD-Stadträtin Karin Bischke ist 2020 in den Stadtrat gewählt worden. Jetzt gibt sie ihr Amt aus beruflichen Gründen ab.

SPD-Stadträtin Karin Bischke ist 2020 in den Stadtrat gewählt worden. Jetzt gibt sie ihr Amt aus beruflichen Gründen ab.

(Foto: Stephan Görlich)

Die SPD-Politikerin legt nach nur zwei Jahren Amtszeit das Mandat aus beruflichen Gründen nieder. Sie war die erste Referentin für Nachhaltigkeit. Student Leon Kozica, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, ist Nachrücker.

Von Regina Bluhme, Erding

Die Erdinger SPD-Stadträtin Karin Bischke legt zur Sitzung am kommenden Donnerstag ihr Mandat nieder. Aus persönlichen Gründen, wie sie erklärt. Ihr berufliches Engagement habe zunehmend mit den Sitzungsterminen kollidiert, so Bischke, die erst 2020 in das Gremium gewählt wurde. Laut SPD-Fraktion soll Leon Kozica, SPD-Ortsvorsitzender und Student der Luft- und Raumfahrttechnik, nachrücken.

Seit dem Einzug in den Stadtrat war Karin Bischke Mitglied im Planungs- und Bauausschuss - und Erdings erste Referentin für Nachhaltigkeit. Das passte, denn schon seit Jahren engagiert sie sich für Fairen Handel. Wie Bischke nun mitteilt, ist sie seit einiger Zeit hauptberuflich für ein Faires Handelsunternehmen tätig und dort im Außendienst bayern- und österreichweit unterwegs. Dies bedeute "zunehmende Terminkollisionen mit den Stadtrats- und Ausschusssitzungen und viel weniger Zeit für gute Vor- und Nachbereitung von Sitzungen oder auch nötige Zusatztermine vor Ort". Sie könne so ihren persönlichen Anspruch an gute Stadtratsarbeit im Sinne der Bürger und Bürgerinnen nicht mehr richtig nachkommen.

Die Stadt Erding soll beim Thema Nachhaltigkeit als Vorbild vorangehen

"Das Thema Nachhaltigkeit ist einfach mein Thema", sagt Bischke. Es hat auch ihre Arbeit im Stadtrat geprägt. Dabei machte sie immer wieder deutlich, dass die öffentliche Hand hier als Vorbild vorangehen müsse. Die Große Kreisstadt sollte keine Produkte aus ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen verwenden und ganz genau hinsehen. Das gelte nicht nur für Kaffee, sondern zum Beispiel auch für Arbeitskleidung oder die Straßenpflasterung.

Die Erdinger SPD lobt in einer Pressemitteilung die Stadtratsarbeit von Carina Bischke. Sie habe Projekte wie die nachhaltige Beschaffung der Stadt Erding angeregt "und sich stets für einen besseren ökologischen Fußabdruck Erdings eingesetzt", schreibt der Ortsverein.

Ob das Referat für Nachhaltigkeit nochmals besetzt wird, ist fraglich

Alexander Gutwill, der SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, bedauert Bischkes Entscheidung, hat aber Verständnis für ihre Beweggründe. Ob es nach dem Weggang von Bischke weiterhin den Referentenposten für Nachhaltigkeit geben werde, das sei ungewiss, sagt Gutwill zur SZ. Die Kompetenz von Karin Bischke auf diesem Themengebiet sei einfach einmalig.

Nach Karin Bischkes Ausscheiden wird die dreiköpfige SPD-Fraktion im Erdinger Stadtrat von drei Männern besetzt sein: Neben dem Fraktionsvorsitzenden Alexander Gutwill und Stadtrat Stefan Grabrucker soll nun Leon Kozica als Nachrücker in das Gremium einziehen. Der Student der Luft- und Raumfahrttechnik und frühere Juso-Vorsitzende im Landkreis Erding gehört seit Februar mit Melanie Schäfer zur Doppelspitze des Erdinger SPD-Ortsvereins. Offiziell bestätigt wird Leon Kozica in der Stadtratssitzung am 25. Oktober.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema