"In der Champions-League" angekommen ist der Landkreis Erding nach Einschätzung des stellvertretenden Landrats Jakob Schwimmer. Damit zielte er jedoch nicht auf das fußballerische Können ab, sondern auf die Umlagekraft je Einwohner, die von 1084 auf 1234 Euro gestiegen ist. Der Landkreis liege damit in Oberbayern an fünfter und in Bayern an sechster Stelle. Die Haushaltszahlen präsentierte Schwimmer während der Sitzung des Ausschusses für Struktur, Verkehr und Umwelt im Gasthaus Forster in Geislbach. Dort tagte der Ausschuss am Ende einer Informationsfahrt, bei der man sich mit dem Zustand der Kreisstraßen befasst hatte.
Der Haushalt des Landkreises werde 2016 wohl mit einem Gesamtvolumen von fast 182 Millionen Euro ein Rekordniveau erreichen. 2015 lag er bei 141 Millionen Euro. Der Strukturausschuss hat dem Kreisausschuss und Kreistag für die Sitzungen zum Haushalt am 30. November und 14. Dezember empfohlen, den Haushalts wie besprochen zu verabschieden.
Erfreulich ist, dass nach einer Ausschreibung die Betriebskosten für den ÖPNV 2016 trotz neuer Angebote auf 2,4 Millionen Euro reduziert werden sollen. Positiv sei Schwimmer zufolge zudem, dass sich nach Auskunft des Klinikums Erding die Lage 2015 wohl besser als ursprünglich gedacht entwickelt habe und deshalb der für 2016 einzukalkulierende Fehlbetrag deutlich reduziert und der Landkreis wohl mit 550 000 Euro ein geringeres Defizit als ursprünglich geplant für den Betrieb des Krankenhauses ausgleichen müsse.
Schwimmer teilte mit, dass laut Haushaltsentwurf die Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt auf mehr als 158 Millionen Euro und somit um 20 Prozent steigen sollen. Das Haushaltsvolumen des Vermögenshaushalts soll 2016 bei 23 Millionen Euro liegen, was einer Steigerung von 135 Prozent entsprechen würde. Es müsse aber auf der anderen Seite mit erheblich geringeren Schlüsselzuweisungen von etwa zwölf Millionen Euro kalkuliert werden. Diese Zuweisungen werden sich wohl im Vergleich mit 2015 um eine Million Euro reduzieren. Die Einnahmen aus der Kreisumlage würden aufgrund der höheren Umlagekraft aber im nächsten Jahr auf ein Rekordniveau steigen, sagte der frühere Sankt Wolfganger Bürgermeister: Im Entwurf des Vermögenshaushalts sind Mehreinnahmen durch die Kreisumlage von fast 13 Millionen Euro eingeplant. Das Ausgabevolumen im Vermögenshaushalt erhöht sich 2016 im Vergleich mit 2015 ebenfalls deutlich, wobei im nächsten Jahr aufgrund der geplanten Zuführung an den Vermögenshaushalt keine Kreditaufnahme vorgesehen sei.
Die Bezirksumlage soll 2016 nach derzeitigem Stand unverändert bei 19,5 Prozentpunkten bleiben. Damit müsste der Landkreis fast 32 Millionen Euro und mehr als vier Millionen Euro mehr als 2015 an den Bezirk abgeben. Ende 2016 sei Schwimmer zufolge mit einem Schuldenstand von etwa 16 Millionen Euro im Landkreis zu rechnen. Investiert werden soll 2016 auch in einige Bereiche der 257 Kilometer Kreisstraßen und fast 60 Kilometer Geh- und Radwege. In die Kreisstraßen soll 2016 für Baumaßnahmen etwa eine Million Euro investiert werden. Für den Unterhalt der Kreisstraßen soll es 2016 zwar vom Freistaat 635 000 Euro Zuschuss geben, allerdings seien je Kilometer Kreisstraße knapp 6000 Euro Zuschuss erforderlich. Das Radwegenetz im Landkreis wurde seit 2005 um fast 26 Kilometer oder knapp 77 Prozent auf fast 60 Kilometer erweitert. Weitere Radwege sind geplant, bestehende Wege sollen teilweise saniert werden.