bedeckt München 18°
vgwortpixel

Stadtentwicklung:Dorfen hofft auf staatliche Zuschüsse

Für die Neugestaltung der Innenstadt sind bei der Bezirksregierung Fördermittel beantragt. Bedarf sieht man beim Denkmalschutz und Sportentwicklung. Auch der Rathausplatz soll umgestaltet werden

Die Stadt setzt weiter auf Neugestaltung der Innenstadt und kann dafür auf erhebliche Zuschüsse zur Städtebauförderung von der Bezirksregierung hoffen. Der Stadtrat hat den Bedarfsplan 2020 für die Städtebauförderung und die Anmeldung des förderfähigen Bedarfs bis 2023 einstimmig beschlossen, der von der Regierung von Oberbayern gefordert wird: Der Bürgermeister sagte, dass der Bedarfsplan für 2020 bis 2023 auf Grundlage des integrierten städtebaulichen Konzepts förderfähige Kosten von 5,7 Millionen Euro enthalte.

Da unter den Projekten einige heiße Eisen wie neue Denkmalschutz- und Sportentwicklungskonzepte, Rathausplatz und der City-Manager sind, stellte Bürgermeister Heinz Grundner klar, dass es sich um einen Bedarfs- und keinen Maßnahmenplan handle. Ob auch wirklich alle Vorhaben realisiert werden stehe noch nicht fest.

Der Zweite Bürgermeister Günther Drobilitsch (Landlisten) hatte beim Denkmalschutzkonzept, für das 50 000 Euro als förderfähige Kosten eingeplant wurden, große Bedenken, da so bei der Nachverdichtung der Innenstadt Konflikte mit Hausbesitzern programmiert seien. Andreas Hartl (GAL) regte an, sich über mögliche Rechtsfolgen zu informieren, ob und wie neue Bebauung im denkmalgeschützten Bereich eingeschränkt werde. Grundner sagte, das Denkmalschutzkonzept werde nicht auf die Schnelle, sondern in einem längeren Prozess entwickelt. Ein Denkmalschutzkonzept ermögliche auch weiterhin neue Bebauung in der Innenstadt. Die historischen Ensembles wären dann aber besser vor nicht in den Kontext passenden Neubauten geschützt. Die Denkmalschutzbehörden und die Bezirksregierung hätten die Konzeption für einen besseren Denkmalschutz angeregt, man brauche aber noch Beratung von externer Seite.

Für einen kommunale Sportentwicklungsplanung wurden 100 000 Euro eingeplant. Michaela Meister und Simone Jell-Huber (beide SPD) stellten dazu fest, dass Stadtratsmitglieder von Vertretern des TSV Dorfen auf die Dringlichkeit einer Entwicklung der Sportanlage hingewiesen worden seien. Vor allem im Fußball seien die derzeitigen Rahmenbedingungen für eine Stadt wie Dorfen nicht mehr adäquat. Grundner sagte dazu lediglich, dass die Notwendigkeit beim Thema Sportstätten jedem klar sei.

Diskutiert wurde zudem die Gestaltung des Rathausplatzes, der einigen Stadträten in der aktuellen Form nicht gefällt. Gerald Forstmaier (GAL) sagte, dass bei Hochzeiten die Hochzeitsgesellschaften vor dem Rathaus kaum Platz fänden. Auch Andreas Hartl kritisierte die Gestaltung des Vorplatzes, den Architekten sei ein handwerklicher Fehler unterlaufen. Wirtschaftsreferent Martin Greimel (CSU) monierte den schlechten Straßenbelag und einen von einer Bäckerei belegten Parkplatz vor dem Rathaus. Grundner sagte dazu, dass die Grünflächen am Rathausplatz in Ordnung seien und er keinen handwerklichen Fehler der Architekten erkennen könne. Über eine Umgestaltung des Vorplatzes könne aber diskutiert werden. Der von der Bäckerei belegte Platz samt Freischankfläche sei vom Bauausschuss des Stadtrats so genehmigt und rechtlich zulässig.

Die Dritte Bürgermeisterin Doris Minet (ÜWG) betonte, dass ihr als Seniorenreferentin die Barrierefreiheit in der Stadt am Herzen liegt: Einige Projekte wurden bereits realisiert, doch es sei noch viel zu tun. Martin Heilmeier forderte die Ausgaben für City-Manager zu reduzieren.

© SZ vom 27.12.2019
Zur SZ-Startseite