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"Sich anzustrengen lohnt sich. Egal in welchem Bereich.":Ein Zeichen der Anerkennung

Preistraeger Mittelschulpreis der Stadt Erding 2017

Volksschulreferent Josef Biller (ganz links) und Oberbürgermeister Max Gotz (ganz rechts) mit den Gewinnern des diesjährigen Mittelschulpreises (v.l.n.r.): Pascal Jager, Lena Fertl, Monika Schäning, Michael Festl und Florian Karl.

(Foto: Stephan Goerlich)

Fünf Schüler der Mittelschulen Erding und Altenerding erhalten den diesjährigen Mittelschulpreis. Die Auszeichnung würdigt nicht nur gute Noten, sondern vor allem sozialen Einsatz - egal auf welchem Gebiet

Michael Festl ist ein höflicher Mensch, aber auch ein höflicher Mensch kann natürlich nicht immer nett sein. Einmal, als Festl gerade bei einem Discounter ein Praktikum absolvierte, schaute sein Klassenleiter der Mittelschule Erding vorbei. Festl hatte alle Hände voll zu tun: Kisten auspacken, Waren verladen. Der Filialleiter wartete auch schon. "Herr Horn, ich habe jetzt keine Zeit zum Reden", erklärte Festl entschieden. Arbeit geht vor. Punkt. Das kann sich durchaus lohnen.

Am vergangenen Donnerstag hat Festl, 15, als einer von fünf Erdinger Mittelschülern den diesjährigen Mittelschulpreis erhalten. Die Urkunde ist schön, die 200 Euro wohl noch ein bisschen interessanter. Die Auszeichnung soll Leistungen belohnen, die nicht so offensichtlich sind wie gute Noten. Eine Ausnahme war in diesem Jahr freilich Florian Karl, 16, der für seinen sehr guten Notendurchschnitt, 1,83, ausgezeichnet wurde. Die übrigen Preisträger glänzten hingegen in anderen Bereichen.

Festl zum Beispiel fiel während der Betriebspraktika immer wieder mit seiner zupackenden Art auf. Vier Firmen boten ihm anschließend einen Ausbildungsvertrag an. Außerdem schloss Festl die Schule erfolgreich ab, obwohl er krankheitsbedingt viele Wochen verpasste. "Wir wollen die Qualitäten auszeichnen, die nicht immer Anerkennung finden", sagte Oberbürgermeister Max Gotz bei der Preisverleihung im Museum Erding. "Dazu gehören vor allem soziale Kompetenzen." Und damit zu Monika Schäning.

Sie war stets zur Stelle, wenn es in der Klasse einmal Streit gab. Schäning vermittelte, wenn nötig, fand Kompromisse, wo möglich. Vor allem half die 17-Jährige ihren Mitschülern, wenn diese Probleme hatten. Schäning galt als "der moralischer Zeigefinger der Klasse", sagte Gotz und schob pointensicher hinterher: "Das ist nicht immer ganz einfach - auch für einen Bürgermeister nicht."

Keinen ganz einfachen Job hatte auch Pascal Jager, 16. Das lag weniger daran, dass er als Fußballtorwart in fast allen Schulmannschaften der Mittelschule Altenerding spielte. Vielmehr erklärte er sich auch dazu bereit, als Schiedsrichter die Turniere der Grundschüler zu leiten. Kinder gehen beim Fußball nicht gnädiger mit ihren Schiedsrichtern ins Gericht als Erwachsene. Jager musste also einiges aushalten. Aber darum geht es ja. Gotz betonte: "Ihr könnt eure Vorbildfunktion mit Stolz in die Zukunft tragen."

Das gilt auch für Lena Fertl, 14, über Jahre ein wichtiges Mitglied der Leichtathletik-Mannschaft, darüber hinaus Klassensprecherin, Helferin bei diversen Schulveranstaltungen, und "in jeglicher Hinsicht zuverlässig", sagte Gotz. Ihm, dem Handwerksmeister, liege der Mittelschulpreis besonders am Herzen: "Weil es darum geht, alle Abschlüsse gleichermaßen wertzuschätzen." Für die Mittelschüler soll er auch ein Signal sein: "Sich anzustrengen lohnt sich. Egal in welchem Bereich."