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Sempt- und Schwillachtal:Wörth kann weiterplanen

Kreistag stimmt zu: 3,3 Hektar raus aus Landschaftsschutzgebiet

Auch Erdings OB Max Gotz (CSU) ist nun beruhigt und lobt die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wörth. Somit steht nichts mehr dem Wörther Plan entgegen, in Hofsingelding auf 3,3 Hektar Wohnhäuser zu bauen. Dazu muss die Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet Sempt- und Schwillachtal herausgenommen werden, wogegen Gotz sich im Oktober 2017 gewehrt hatte. Er befürchtete, dass dies den Abfluss des Wassers derart ungünstig beeinflussen könnte, dass die Hochwassergefahr in Erding steigen würde. Das Wasserwirtschaftsamt hatte diese Befürchtungen vor einem Jahr entkräftet, anschließend wurden weitere Stellungnahmen eingeholt - und jetzt endlich kann Wörth weiter planen.

Vor dem positiven Beschluss des Kreistages wurden kurz die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange gehört, die bis auf drei Ausnahmen einverstanden oder uninteressiert waren. Zwei Einwände ließen sich schnell beiseite wischen: Das Landesamt für Denkmalpflege möchte, dass auf Bodendenkmäler geachtet wird, und das Amt für Landwirtschaft und Forsten fordert, dass die Arbeit der Bauern nicht eingeschränkt werde; beide Stellungnahmen werden an Wörth weitergeleitet. Konkreter hatte sich der Bund Naturschutz mit dem Baugebiet auseinander gesetzt und eine fehlende Begründung moniert und dass die Planung dem Schutzzweck zuwiderlaufe, außerdem hat er gefordert, dass die herausgenommen Flächen des Schutzgebietes an anderer Stelle hinzugefügt werden.

Dazu hieß es in der Sitzung, dass der Bund Naturschutz offenbar die Begründung übersehen habe und dass der Schutzzweck nicht berührt werde, weil umliegende Fläche bereits jetzt bebaut oder geteert seien. Herausgenommene Flächen in Schutzgebiete durch andere zu ersetzen, damit die Gesamtfläche nicht kleiner werde, was auch der Grünen-Kreisrat Günther Kuhn gut finden würde, dürfe man aber nicht verlangen. Mit dem Beschluss ermächtigt der Kreistag Landrat Martin Bayerstorfer (CSU), die Herausnahme des Schutzgebietes zu besiegeln. Zuvor aber muss die Gemeinde die Bauleitplanung weiter vorantreiben, sodass erkennbar ist, dass sie zu einem guten Ende geführt wird. Erst dann setzt Bayerstorfer seine Unterschrift drunter.